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Neuss
Falsches Mahnmal für die Gedenkfeier zum 17. Juni

Neuss. Am Brunnen auf dem Platz der Deutschen Einheit, am Gedenkstein mit der Inschrift "Vergesst den deutschen Osten nicht", haben gestern Mitglieder des SPD-Stadtverbandes und Senioren der IG Metall an die Opfer des Arbeiteraufstandes am 17. Juni 1953 in der damaligen DDR gedacht. Michael Ziege, stellvertretender Parteivorsitzender der SPD, sprach einige Worte des Erinnerns, die auch Peter Pott hörte. Doch der Vorsitzende vom Bund der Vertriebenen im Rhein-Kreis wollte nur Zaungast bleiben, denn er ärgerte sich: "Der Gedenkstein für die verlorenen Ostgebiete hat mit dem 17. Juni rein gar nichts zu tun", schimpfte Pott. Der Landtagsabgeordnete Reiner Breuer nahm diese Kritik an.

Allerdings: So falsch platziert war die kleine Gedenkfeier nicht. Fast 30 Jahre lang wurden am 17. Juni, der bis zur Wiedervereinigung 1990 als "Tag der Deutschen Einheit" begangen wurde, Gedenkfeiern auf dem Berliner Platz abgehalten, der diesen Namen seit dem Sommer 1960 trägt, erinnert Stadt-Pressesprecher Michael Kloppenburg. Auf diesem Platz sei deshalb damals auch die Skulptur "Die Trauernde" aufgestellt worden, der Mittelpunkt dieser Gedenkstunden. Nachdem der Platz an der Oberstraße im Frühjahr 1989 per Ratsbeschluss den Namen "Platz der Deutschen Einheit" erhalten hatte, wurde dort zumindest einmal der Opfer des Arbeiteraufstandes gedacht. Danach, so sagt Kloppenburg mit Blick auf Mauerfall und Wiedervereinigung, "überschlugen sich die Ereignisse".

Den Gedenkstein aus dem Jahr 1988 fand auch Ziege einen unglücklich gewählten Ort. Der "Platz der Deutschen Einheit" passe zwar zum gestrigen Anlass, nicht aber das Mahnmal. Eigentlich, so forderte Ziege, müsste Neuss ein Denkmal für die Arbeiter bekommen.

(-nau)
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