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Radevormwald
Am Hexentanzplatz soll Wolf gesichtet worden sein

Radevormwald: Am Hexentanzplatz soll Wolf gesichtet worden sein
Kommen Wölfe nach Radevormwald? FOTO: dpa
Radevormwald. Den zuständigen Stellen des Landes ist der Vorfall nicht mitgeteilt worden, wohl aber dem Hegeringvorsitzenden. Von Wolfgang Scholl

Im Bereich des sogenannten Hexentanzplatzes in den Wäldern oberhalb der Uelfe in Richtung Önkfeld soll von einem Hundebesitzer vor etwas drei Wochen ein Wolf gesichtet worden sein. Hegeringleiter Volker Grossmann bestätigte gestern die Beobachtung eines Wolfes. "Ich bin von einem Hundebesitzer angerufen worden, wir haben im Vorstand des Hegerings darüber gesprochen", sagte er. Man habe aber beschlossen, nichts weiter zu unternehmen.

Das Tier sei sehr scheu gewesen und ziemlich schnell geflüchtet. "Wölfe sind normalerweise scheue Tiere", sagt Grossmann, der im Umfeld des Sichtortes sein Jagdrevier hat. Der Hund des Beobachters sei in der Situation, als der Wolf sich gezeigt habe, "in die Leine gegangen" (gezogen). Dass das Tier sofort weggelaufen sei, sei ein Indiz für ein scheues Tier ohne Menschenkontakte. Eine andere Situation liege vor, wenn ein Wolf als Einzelgänger Kontakt zu Menschen suche.

Matthias Kaiser von der Arbeitsgruppe Wolf beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und Klaus Poppe als zuständiger Wolfs- und Luchsberater für den Oberbergischen und den Rhein-Sieg-Kreis sind über die Beobachtung nicht informiert worden. Matthias Kaiser hat bisher lediglich von zwei Beobachtungen aus Sprockhövel Kenntnis, wo ein Wolf zweimal gesichtet worden sein soll.

Kaiser und Poppe berichteten von einem Wolf, der von Niedersachsen über Westfalen vor einigen Wochen bis nach Rheinland-Pfalz gewandert ist. "Inzwischen wissen wir anhand von DNA-Spuren, dass das Tier aber schon am 30. Mai wieder zurück in Niedersachsen ist", sagt Matthias Kaiser. Ob es sich bei der Beobachtung eines Tieres tatsächlich um einen der seltenen Wölfe handelt, kann gesichert nur anhand von DNA-Spuren nachgewiesen werden. "Wir sind darauf angewiesen, möglichst schnell informiert zu werden, damit wir eventuell den Weg eines Tieres nachverfolgen können. Es besteht die Möglichkeit, dass ein Wolf Fell- oder Fußspuren hinterlässt", sagt Klaus Poppe, der zuletzt mit dem Wolf auf der Durchreise zu tun hatte. Fußspuren ließen sich allenfalls bis zum nächsten Regen nachweisen.

Der Wolf- und Luchsberater war auch in Rösrath im Rheinisch-Bergischen Kreis, als ein Wolf dort gesichtet worden war. Bürger hatten ihn informiert. Dieses Tier ist wohl aus dem Lipperland und dem Kreis Olpe kommend durch das südliche Bergische über die Wahner Heide nach Rheinland-Pfalz bis Neuwied gewandert.

In der vergangenen Wochen ist Matthias Poppe von Kindern in Rhein-Berg auf einen möglichen Wolf aufmerksam gemacht worden. "Es hat sich dann aber anhand der Kotspuren herausgestellt, dass es sich um freilaufende Hunde gehandelt haben muss", sagt Klaus Poppe.

Oberbergs Kreissprecherin Iris Trespe sagt dazu, dass das Kreisveterinäramt grundsätzlich nicht zuständig ist. Die Sachverständigen begleiten lediglich bei Tierrissen in Amtshilfe, um die Verschleppung von ansteckenden Tierseuchen zu vermeiden und bei der Sektion eines gerissenen Tieres zu unterstützen.

Wer einen Wolf sieht, kann sich an Matthias Kaiser vom Land unter Tel 02361 3053311 (E-Mail matthias.kaiser@lanuv.nrw.de) wenden oder Matthias Poppe (Tel. 0170 7729305; E-Mail poppe@t-online.de

Quelle: RP
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