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Heiligenhaus
Museum unternimmt weihnachtliche Zeitreise

Heiligenhaus: Museum unternimmt weihnachtliche Zeitreise
Diese Krippenfiguren sind aus Terracotta gefertigt und stammen aus der Provence. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. "Unterm Weihnachtsbaum" heißt die Ausstellung, die noch bis zum 19. Februar im Museum Abtsküche zu sehen ist. Gezeigt werden Dokumente aus verschiedenen Jahrzehnten. Von Henry Kreilmann

Die Ritterburg ist realistisch bemalt und bleierne Ritter lassen sofort das mittelalterliche Szenario auferstehen. Es ist Weihnachten 1931 und der kleine Manfred Thum freut sich gemeinsam mit seiner Cousine. "Die Burg gab es jedes Jahr und jedes Mal neu lackiert. Die Bleisoldaten wurden jedes Jahr von Mutter neu gegossen, die Formen dafür wurden vom Nachbarn geliehen", heißt es in den Aufzeichnungen des Heiligenhausers, die auf einer Legende neben der Burg festgehalten sind. Die Burg steht in einer Vitrine im Museum Abtsküche und ist Teil einer ganz besonderen Zeitreise: "Unterm Weihnachtsbaum" heißt die Ausstellung, die noch bis zum 19. Februar im Museum Abtsküche zu sehen ist.

Wieder hat Museumskustos Reinhard Schneider eine liebevoll zusammen getragene Ausstellung auf die Beine gestellt, die für so manchen sicherlich eine spannende Zeitreise ist. Und doch, so viel geändert hat sich nicht. Auch heute ist das Familienfoto vor dem Christbaum in vielen Familien noch obligatorisch. Wenngleich heute sicherlich die wenigsten so ernst schauen, wie so manche Familie auf den in der Abtsküche ausgestellten Fotografien.

Puppen waren und sind beliebte Weihnachtsgeschenke für Kinder. FOTO: Blazy Achim

Weihnachten, vor allem der Heilige Abend, ist trotz seiner Tradition immer auch ein zeitgeschichtlicher Moment, wie die Ausstellung zeigt. So ist eine Vitrine dem Weihnachten zu Kriegszeiten gewidmet. Feldpostpäckchen, im Ersten Weltkrieg "Liebesgaben" genannt, sorgten nicht unerheblich für die Ernährung der Truppe.

Vor allem wird der Zeitgeist am verschenkten Spielzeug deutlich, das bis heute für strahlende Augen unter dem Weihnachtsbaum sorgt. Für die Ausstellung wurde eine große Bandbreite aus den vergangenen Jahrhunderten zusammengetragen. Kaufläden sind damals wie heute ein beliebtes Geschenk. So lagen eigentlich in jeder Zeit auch Puppen und Autos unter dem Weihnachtsbaum. "Meine Schwester konnte mit Puppen gar nichts anfangen, für sie gab es zu Weihnachten einen Stabilbaukasten und daraus hat sie viel zusammen gebaut", erinnert sich Geschichtsvereins-Mitglied Gabriele Kühn. Nach dem Krieg und zu Zeiten des Wirtschaftswunders zeigte sich die Konsumwelle auch auf dem Gabentisch. So erinnert sich Gabriele Kühn, die mit ihrem Mann das Hobby im Geschichtsverein teilt, an viele Sachen, wie etwa an die Vorweihnachtszeit, während ihrer Lehre zum Ende der 50er Jahre.

"Ich habe in einer Landapotheke gelernt, und jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit hatten wir Kölnisch Wasser '4711' im Angebot, obwohl das gar nicht in unser Sortiment gehörte. Aber das gehörte einfach zu dieser Zeit." Und was ebenfalls in diese Zeit gehörte: "'Knuspergold'-Schokolade von Stollwerk oder eben 'Eckes Edelkirsch'.

Quelle: RP
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