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Ratingen/Heiligenhaus
Schneefälle bringen die Räumdienste ins Schwitzen

Schnee in NRW – Stau auf matschigen Straßen
Schnee in NRW – Stau auf matschigen Straßen FOTO: dpa, bt lof
Ratingen/Heiligenhaus. Der Streudienst der Stadt war vorbereitet, dennoch brach der Verkehr zusammen. Ein Schulbus blieb liegen. Von N. Kleeberg, P. Köhnes, J. Preuss und M. Jüngst

Da ging gar nichts mehr: Schnee und Eis haben am Montagmorgen für chaotische Zustände auf den Straßen in und rund um Ratingen gesorgt. Vor allem an Steigungen gab es erhebliche Probleme - so auch für einen Bus der Linie 749, der im Schwarzbachtal steckengeblieben war. Im Bus waren Jugendliche der Liebfrauenschule, die allerdings nicht nach Ratingen kamen. Auf RP-Anfrage hieß es seitens der Schule, dass die Schüler gestern Morgen nicht mehr zum Unterricht erscheinen mussten.

Wie ein Rheinbahnsprecher erklärte, stellt das Verkehrsunternehmen normalerweise Ersatzfahrzeuge zur Verfügung. Sollte dies nicht funktionieren, müssten die Jugendlichen von ihren Eltern abgeholt werden. Die Rheinbahn teilte gestern auf ihrer Homepage und über die Fahrgastinformation an den Haltestellen mit, dass alle Linien in der Region Düsseldorf/Ratingen/Mettmann deutliche Verspätungen hatten. Erst zur frühen Mittagszeit trat wieder so etwas wie fahrplanmäßige Normalität ein.

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Schnee und Eis bildeten eine gefährliche Mischung, die vielerorts für absoluten Stillstand sorgte. Werner Kabacinski, der für den Winterdienst zuständige Einsatzleiter bei der Stadt, betonte, dass man von den Niederschlägen keineswegs überrascht worden sei. Im Gegenteil: Man habe rechtzeitig - und zwar schon in der Nacht - eine Mischung aus Salz und Sole gestreut. "Wir haben nach einem speziellen Reifglätteplan gehandelt", betonte Kabacinski. Die ersten Mitarbeiter waren in der Nacht zum Montag bereits gegen 3.30 Uhr unterwegs. Insgesamt waren rund 30 Kräfte im Einsatz. Hinzu kamen mehrere Gärtner, die in öffentlichen Anlagen die Wege freiräumten.

Eine frustrierte Autofahrerin meldete sich gestern bei der RP: Sie habe für die Strecke zwischen Edeka und dem Kreisel Mettmanner Straße rekordverdächtige 45 Minuten benötigt. Und so ging es vielen anderen Autofahrern. Ein Pendler, der von Düsseldorf-Gerresheim nach Ratingen fahren wollte, musste am Gallberg umkehren, weil sich ein Lkw quergestellt hatte. Er fuhr schließlich über Grafenberg (Rennbahn) Richtung Reichwaldallee. Am Europaring auf Ratinger Gebiet stand er wieder im Stau und benötigte bis zur Bechemer Straße noch einmal 30 Minuten.

Staus ja, Unfälle nein - das war gestern Morgen die vorläufige Bilanz in Heiligenhaus. "Es sind immer die gleichen Straßen, die Probleme machen. Flandersbach und Hofermühle", sagte Winterdienst-Chefin Kerstin Plambeck in Heiligenhaus. Das liege zum einen an den Steigungen, zum anderen daran, dass "offenbar schon Leute auf Sommerreifen umgerüstet haben - was vor Ostern nie ratsam ist". Die 15 Mann des städtischen Winterdiensts seien für diese beiden Problemlagen nicht zuständig. "Und Straßen.NRW hat eben ein etwas zerklüftetes Einsatzgebiet mit den Landstraßen", sagte Plambeck. Auf den kommunalen Wegen habe es dagegen keine Probleme gegeben. Insgesamt sprach die Polizei bis gestern Mittag von 50 Unfällen mit Blechschäden im Kreisgebiet.

Am Vormittag hatte auch die Bahn die Verspätungen auf der Strecke S6 halbwegs im Griff. Die Spanne der Verspätung reichte dabei von fünf bis 20 Minuten. Auf dem Bahnhof Ost war auch bis zehn Uhr am Morgen noch kein Räumtrupp aufgetaucht: Wer außerhalb der Überdachung auf den vereisten Bahnsteig trat, der musste gut aufpassen, um sich nicht auf die Nase zu legen. Auch die Treppen waren zunächst nicht geräumt worden.

Der Winterdienst der Stadt wird weiter wachsam sein. "Wir werden die Entwicklung beim Wetter genau verfolgen", betonte Kabacinski. Falls es notwendig sein sollte, will man in der Nacht wieder präventiv streuen. Dosierung: zehn Gramm der Salz-Sole-Mischung pro Quadratmeter.

Quelle: RP
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