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Lokalsport
04/19 sucht nach der Super-Taktik

Ratingen. Der neue Trainer Alfonso del Cueto probiert verschiedene Alternativen aus - auch morgen (15 Uhr) gegen Velbert. Von André Schahidi

Neue Besen kehren gut - unter diesem Motto versucht sich auch Alfonso del Cueto bei Ratingen 04/19. Seine bisherige Bilanz? In der Liga feierte er drei Siege in vier Spielen, im Pokal gab es jedoch ein schmerzhaftes Aus gegen den Landesligisten FSV Duisburg. Eine ordentliche Bilanz also, bis auf die Pokal-Sache. Del Cuetos Besen fegte zumindest leicht durch den Kader. Ansonsten hat der Trainer aber noch einige Baustellen im Team, die er abzuarbeiten versucht - del Cueto sucht noch nach der Super-Taktik für das Spiel gegen den Tabellendritten aus Velbert (morgen, 15 Uhr, Stadionring).

Tor Hier ist alles klar, ist doch Dennis Raschka die unumstrittene Nummer eins. Einzig die vielen Gelben Karten, die der Schlussmann sammelt, stören den Coach. Das hat auch Raschka eingesehen. Nach seiner Sperre beim 5:1-Sieg über Krefeld-Fischeln sagte er: "Das wird sich ändern, ich werde mich da bessern." Immerhin weiß del Cueto, dass auch Ersatzmann Felix Burdzik ein ordentlicher Torhüter ist.

Defensive In seinem ersten Spiel als Trainer warf der Coach gleich zwei A-Jugendliche ins kalte Wasser. Fynn Eckhardt kam auf der Linksverteidigerposition, Tobias Peitz spielt im defensiven Mittelfeld. Beide sind inzwischen aus der Startelf nicht mehr wegzudenken und bringen jede Woche starke Leistungen.

Auf der rechten Seite hatte Ole Päffgen zuletzt geschwächelt. Für ihn spielte in Fischeln Timo Krampe. Auch er wirkte nicht immer sicher, sorgte jedoch für mehr Spielfreude nach vorne. "Ich werde wahrscheinlich erst einmal an dieser Variante festhalten", sagt er.

Im Zentrum spielte meist Phil Spillmann neben Tim Manstein, doch in Krefeld wechselte der Coach die Position der beiden. Spillmann tauschte mit "Sechser" Mark Zeh. "Phil ist etwas offensiver", sagte Trainer del Cueto - und Manstein ist mit Zeh hinten eine eben so sichere Bank wie vorher Spillmann. Es gibt jedoch auch "Nachrücker": Der junge Dylan Oberlies ist für den Trainer eine Option, mag er doch junge Spieler mit Potenzial. Denis Dluhosch ist wie unter Vorgänger Karl Weiß der erste Ersatzmann in der Innenverteidigung.

Offensive Im Angriff hat del Cueto die Qual der Wahl - doch eine klare Hackordnung hat sich noch nicht herauskristallisiert. Den größten Sprung unter dem neuen Trainer hat Yannick Wollert gemacht. Das untermauerte der Flügelspieler auch in Fischeln mit einem Tor und einer Vorlage. "Yannick weiß manchmal gar nicht, wie gut er sein kann", sagt del Cueto. Ist der 21-Jährige fit, scheint er gesetzt.

Damit wäre er im Angriff aktuell aber auch der Einzige. Davon abgesehen hat der Trainer seine Stammformation noch nicht gefunden. Carlos Penan spielt zwar immer, zeigte jedoch in den vergangenen Spielen für ihn ungewohnte Schwächen, vor allem im gemeinsamen Spielaufbau. 04/19 versuchte es schon mit Tolga Erginer auf verschiedensten Positionen. Auch Luca Bosnjak ist auf den Flügeln immer eine Option. Was sich aber definitiv beim RSV verbessern muss, ist das Zusammenspiel der Offensiven Außen mit den Verteidigern. Das Hinterlaufen der Abwehrspieler und Mitverteidigen der Angreifer bleibt zu oft auf der Strecke - und sorgt häufig für Probleme im Spiel nach hinten und vorne.

Auf der "Zehner"-Position wartet 04/19 auf die Rückkehr von Fatih Özbayrak. Der soll mit seiner Spielfreude mehr Kreativität in die Mannschaft bringen. Erkan Ari erzielte in Fischeln zwar ein Traumtor in den Winkel, muss sich aber in Sachen Laufbereitschaft steigern. Was die Erfahrung angeht, kann dem ehemaligen Fortunen natürlich keiner das Wasser reichen.

Und im Sturm? Hier kann sich bislang keiner der Kandidaten so richtig durchsetzen. Aktuell ist Ismail Cakici der Favorit des Trainers. Er ist schnell und torgefährlich, im Zusammenspiel liegen jedoch seine Schwächen. Emrah Cinar ist derweil wieder fit. Er kann einen Ball festmachen und ist gut im Mitspielen - er ist nur nicht der Schnellste. "Auf unserem großen Platz müssen wir gucken, was da die beste Lösung ist", betont del Cueto.

Die Tabelle In diesem Jahr ist die Fußball-Oberliga völlig verrückt. 04/19 ist Elfter. Und hat aktuell fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, die bei Cronenberg (Rang 15, 10 Punkte) beginnt. Jedoch ist der Unterschied auch nach oben nur gering: Zwischen dem Elften Ratingen und Gegner Velbert auf Rang drei liegen ebenfalls nur fünf Punkte. SC West (Platz zwei) und Straelen haben nur jeweils zwei und vier Punkte mehr.

"Wenn man bedenkt, dass wir völlig unnötig gegen West verloren haben, merkt man, wie eng die Liga ist", betont del Cueto. "Deshalb ist es um so wichtiger, gegen Velbert zu punkten, damit wir den Anschluss nach oben halten können." So oder so entscheidet sich in den kommenden Wochen, wo die Reise hingeht. "Möglichst nach oben", betont der Trainer. "Auf Platz elf interessiert sich doch keiner für uns."

Quelle: RP
 
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