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Ratingen
Wunschkonzert in St. Peter und Paul

Ratingen: Wunschkonzert in St. Peter und Paul
Ansgar Wallenhorst mit einem Bachporträt an der Kirchenpforte von St. Peter und Paul. FOTO: Hermann Enkemeier
Ratingen. Ansgar Wallenhorst gab ein Bach-Konzert anlässlich des 75. Geburtstages von Pastor Werner Oermann. Von Valeska von Dolega

Als nach 70 Minuten der letzte Ton verklungen war, brauchte es diesen typischen Moment der benommenen Stille, in dem das Publikum aus den besonderen Klangsphären zurück ins Hier und jetzt fand. Erst anschließend donnerte der Applaus und zwei imaginäre Vorhänge später gab es eine weitere, wohlklingende Zugabe. "Von Bach gibt es so Vieles, so viele unterschiedliche Melodien. Das könnte noch eine Stunde weitergehen", begeisterte sich Zuhörer Alfons Meier.

Anlässlich des 75. Geburtstags des 2002 verstorbenen Pastors Werner Oermann hatte Kantor Ansgar Wallenhorst zu diesem Abend eingeladen. Nicht er hatte die Bach-Kompositionen, die er an der Seifert-Orgel vortrug, ausgesucht.

Diese Aufgabe hatten die Besucher für den Kantor übernommen. Denn das Organistival 2015 läuft unter dem Thema "Nicht ohne Bach" und "bei den vorangegangenen Konzerten hatten wir gebeten, Sie mögen Ihre Lieblingsstücke nennen", erinnerte der Kantor.

Das hatten die Musikliebhaber offensichtlich getan, und so konnte am Montagabend in der bestens besuchten Kirche St. Peter und Paul ein weiter Bogen aus dem schier unerschöpflich scheinenden Werk des Barockkomponisten, der offensichtlich unermüdlich musikalisch gearbeitet hat, gespannt werden. Mit der "Dorischen Toccata" BWV 538 begann das Konzert, darauf folgten "Jesu, meine Freude" BWV 713 sowie "Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter" in der Choralbearbeitung aus den Schübler-Chorälen.

"Sie haben einen überaus trefflichen Geschmack", lobte der Bach-Kenner und gefeierte Interpret Wallenhorst das Wunsch-Programm. Anschließend wusste der Musiker ebenso versiert wie unaufgeregt präzise, aber unterhaltsam Wichtiges zu den einzelnen Stücken zu erzählen. "Variatio 13 & Variatio 25" aus den Goldberg-Variationen habe man nun zwar gerade im Organistival gehört, "das ist jetzt ein besonderer Nachklang", beschrieb er die überaus expressive Komposition. "Contrapunctus XIV" bezeichnete er als "eigentlich abendfüllendes Programm" und adelte die "Passacaglia c-moll" als ein "Weltkulturerbe der Musik. Jeder spielt sie anders", was vielleicht auch einen besonderen Reiz ausmacht.

Pastor Werner Oermann, vor 13 Jahren verstorben, jedenfalls galt als großer Bach-Liebhaber. "Er hätte heute sicher seinen Spaß gehabt", war aus den Bankreihen zu hören. Eigens für ihn gab es auf Familienwunsch übrigens drei überaus charakteristische Arbeiten Johann Sebastian Bachs zu hören.

Aus verschiedenen Orchestersuiten wurden "Gavotte", "Badinerie" sowie das unsterbliche "Air" gespielt. "Zum Heulen schön", wie Annmarie Köpper meinte. Was Ehemann Josef nur bestätigen konnte.

Das Besänftigende, Kontemplative, Feierliche und Verträumte der Kompositionen gefiel und bekam durch die federleicht scheinende Handhabung der Orgel durch Ansgar Wallenhorst eine besondere Note.

"Ein wunderbarer Abend", wie Alfons Meier zusammenfasste.

Quelle: RP
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