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Remscheid
1:1 unter den Augen von Ex-Fußball-Profis

Remscheid: 1:1 unter den Augen von Ex-Fußball-Profis
Ausnahmsweise mal "Handspiel" - Marcel Witeczek, der 1994 und 1997 mit dem FC Bayern München Deutscher Meister wurde, ist es wichtig, auf der Grundschultour Kindern Sport jenseits des regulären Unterrichts näher zu bringen. Die Steinberger Grundschüler waren mit Feuereifer dabei. FOTO: Weitzdörfer
Remscheid. Noch herrscht Ruhe in der Turnhalle der Grundschule Steinberg. Marcel Witeczek und Michael Klinkert sind schon da, in einem Netz haben die ehemaligen Bundesliga-Profis mehrere Bälle und Leibchen. Die werden sie gleich brauchen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Heute sind die beiden im Rahmen der AOK-"Grundschultour" an der Grundschule zu Gast. Sie hat beim Projekt der Krankenkasse den Zuschlag bekommen.

Sportlehrerin Mareike Eppels hat sich für ihre Schule beworben: "Ich habe einfach eine E-Mail geschrieben und erklärt, dass wir eine Schule in einem schwierigen sozialen Umfeld sind, mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Milieus, und dass Fußball eine Sprache ist, die alle unsere Kinder verstehen." Sechs Bewerbungen habe es aus Remscheid gegeben, bestätigt Gudrun Müller von der AOK.

Ruckzuck ist es vorbei mit der Ruhe - die ersten rund 30 Kinder kommen in die Halle gestürmt. Sie sind aus den dritten und vierten Jahrgangsstufen und freuen sich auf die Trainingsstunde mit den Ex-Profis. "Wir erzählen den Kids erst einmal ein bisschen was von uns - die können uns ja gar nicht kennen, weil sie noch nicht geboren waren, als wir aktiv gespielt haben", sagt Witeczek schmunzelnd, der 1994 und 1997 mit dem FC Bayern München Deutscher Meister wurde und seit 2005 für die AOK arbeitet.

Nach dem obligatorischen Mannschaftsfoto geht es mit Klinkert ans Aufwärmen. Der ehemalige Profi von Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 arbeitet seit 2001 bei der AOK und lässt die Kinder erst einmal mehrere Runden laufen, vorwärts, rückwärts. Die Kinder sind mit Ernst und Begeisterung bei der Sache. Wie etwa Jakob: "Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, ich kenne die beiden Fußballer ja nicht, aber das wird bestimmt toll." Der Zwölfjährige spielt schon seit einigen Jahren Fußball und würde auch gerne in einem Verein spielen. "Ich weiß aber noch nicht genau, in welchem. Da bin ich noch auf der Suche", sagt er. Wer den Jungen später beim Spielen zusieht, kann sich gut vorstellen, dass er das gut hinbekommen wird. Wie er sicher im Tor steht und den einen oder anderen Torschuss der gegnerischen Mannschaft abwehrt, zeigt, dass er fußballerisches Talent hat.

Für Witeczek ist es wichtig, den Kindern abseits des regulären Sportunterrichts das Spiel und den Sport näherzubringen: "Ich mache das jetzt seit über elf Jahren, und in der Zeit habe ich bemerkt, dass die Kinder immer unsportlicher werden", sagt der Ex-Profi.

Es sei zwar noch ein Unterschied zwischen Kindern aus der Stadt und vom Land, aber die Tendenz sei überall gleich. "Früher wurde mehr Fangen gespielt oder auch auf dem Bolzplatz die Kugel geschoben. Heute spielt sich viel mehr am Smartphone ab - und das macht die Kinder natürlich nicht fit", betont Witeczek.

Dann wird angepfiffen, die Schüler werden auf vier Teams aufgeteilt, die jeweils gegeneinander spielen sollen. Hier zeigt sich, was der ehemalige Deutsche Meister prognostiziert hat: "Die Kids sind mit Feuereifer dabei, haben ihren Spaß und lassen es auf dem Feld richtig krachen. Klinkert pfeift die Partien: "Ohne Grätschen - wer grätscht, sitzt auf der Bank!", so lautet seine Ansage. Und die Schüler halten sich daran, der Jubel ist groß, als das erste Tor fällt. Weil aber beide Teams gleich gut sind, steht es am Ende 1:1.

Draußen können die Erst- und Zweitklässler hingegen am Speedometer messen, wie stark ihre Schüsse sind. Auch Lehrerin Christine Klein darf den Ball treten. Und ihre Schüler aus der Frosch-Klasse stehen ihr in nichts nach. Auch wenn der eine oder andere Schuh beim Schuss durch die Luft segelt. Hauptsache, es macht Spaß - und davon zeugen die lauten Anfeuerungsrufe der kleinen Grundschüler.

Quelle: RP
 
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