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Remscheid
400 Flüchtlinge besuchen Sprachkurse in Remscheid

Remscheid. Sozialdezernent Thomas Neuhaus sieht die Integration auf einem guten Weg. Die Stadt komme personell an ihre Grenzen, sagt Beatrice Schlieper (Grüne). Von Stefanie Bona

Lässt man die lebhaft geführte Diskussion beim 120. Presseclub in der Denkerschmette Revue passieren, so gewinnt man den Eindruck, dass die Kommunen den Regierenden in Land und Bund zeigen wie`s geht mit der Flüchtlingsintegration. Auch wenn es hier und da in der Kommunikation zwischen Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden und Ehrenamtlern hakt, ist Remscheid bei aller Belastung durch den Zustrom von Asylbewerber scheinbar auf einem guten Weg, um die Menschen mit Aufenthaltsberechtigung oder Bleibeperspektive in ihre Mitte zu nehmen.

Diesen Rückschluss lassen jedenfalls die Berichte der ehrenamtlich Aktiven und auch die Erläuterungen von Sozialdezernent Thomas Neuhaus beim von Reinhard Ulbrich moderierten Presseclub zu. 400 Flüchtlinge besuchen bereits Sprachkurse, alle schulpflichtigen Kinder aus diesem Personenkreis seien an den Remscheider Schulen untergebracht und in den hiesigen Kindertagesstätten habe man "restlos alle Plätze" ausgenutzt.

"In allen Bereichen der Stadtverwaltung gibt es große Motivation. Ganz viele Reserven werden freigesetzt, um den Herausforderungen zu begegnen", sagte der Beigeordnete, verhehlte aber nicht, dass es nach den Bemühungen um eine vernünftige Unterkunft für die geflohenen Menschen nun eine große Kraftanstrengung sei, sie zu integrieren.

Personell komme die Kommune, die aus Sparzwängen Stellen nicht extern besetzen darf, an ihre Grenzen, pflichtete ihm Beatrice Schlieper, Fraktionssprecherin der Grünen im Remscheider Rat, bei. Fast einhellig herrschte die Meinung vor, dass es Zeit brauche, bis die Asylbewerber mit ihrem anderen kulturellen Hintergrund mit den hier geltenden Werten und Regeln vertraut seien.

Wertvolle Dienste leisten hier die Sportvereine, wie das Beispiel des Remscheider Turnvereins (RTV) und des Bergischen Boxclubs zeigt. Erfolgreich werden Erwachsene und Kinder aus dem Kreis der Flüchtlinge zu den Sportangeboten eingeladen, die Vereine organisieren Spendensammlungen für Sportkleidung und bieten Fahrdienste an. Aus diesem Engagement entwickeln sich zahlreiche persönliche Kontakte und Hilfsangebote.

Frank Rößler, der in seinem Unternehmen mehrere Praktikantenplätze für Asylbewerber angeboten hat, kritisierte, dass es viel zu lange gedauert habe, bis die Stellen hätten besetzt werden können. Es sei wichtig, sich mit derlei Angeboten an die richtigen Ansprechpartner, in diesem Fall also an das Jobcenter, zu wenden, sagte Neuhaus: "Bei allen positiven Initiativen müssen wir unsere Strukturen nutzen. Sie funktionieren, sind aber am absoluten Limit", räumte der Dezernent ein. Alles Engagement müsse dazu führen, Parallelgesellschaften zu vermeiden. Gleichzeitig müsse man darauf achten, dass die Stimmung der Willkommenskultur auch vor Ort nicht ins Gegenteil umschlage, gab es auch warnende Stimmen.

Quelle: RP
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