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Remscheid
Bürger fordern frisches Wasser für die Tiere im Stadtparkteich

Remscheid. Tierschützerin Dagmar Wolf hat 350 Unterschriften gesammelt. "Für alles Mögliche ist Geld da, nur für die Tiere nicht", sagt sie. Talsperre als Alternative. Von Hagen Thiele

Der Stadtparkteich gehört für Dagmar Wolf genauso zu den Wahrzeichen der Werkzeugstadt wie etwa der Löwe auf dem Rathausplatz. Dass der Teich mehr und mehr austrocknet und verschlammt, ist für die Remscheiderin schon schlimm genug.

Dass dadurch die dort lebenden Tiere wie etwa Enten, Fische und die von jemanden ausgesetzten Amazonas-Schildkröten bedroht sind, ist für die Tierfreundin aber zu viel. Sie steht mit dieser Meinung nicht alleine da. Über 50 weitere Remscheider setzen sich mit ihr aktiv für das Wohl der Tiere ein. Mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sucht sie das Gespräch.

"Wir möchten eine klare Antwort, was mit den Tieren geschehen soll", sagt Wolf. Zu oft sei sie vertröstet worden, dass das Veterinäramt Solingen die Bedingungen für die Amazonas-Schildkröten für angemessen hält. "Aber was ist mit den anderen Tieren? Die brauchen Wasser", meint Wolf. So sehen es außer ihr zahlreiche Remscheider. 350 haben die Unterschriftenliste, die den Erhalt und vor allem die Rettung der Tiere fordert, bereits unterzeichnet. Dass es soweit kommen musste, wundert Wolf. Die Kosten, so sei ihr gesagt worden, um den Teich mit Wasser aufzufüllen und damit Enten und Fischen bessere Lebensbedingungen zu bieten, belaufen sich auf eine Summe zwischen 900 und 2000 Euro. "Für alles Mögliche ist Geld da, aber nicht für die Tiere", sagt sie .

Zudem machen Wolf und den anderen Aktivisten Gerüchte Sorgen, dass die Tage des Stadtparkteichs bald gezählt sein könnten. "Manche Anwohner vermuten es schon länger und ein älterer Herr meinte sogar, es sei beschlossene Sache, dass der Teich wegkommt", sagt Wolf. Das sähe die Remscheiderin zwar als großen Verlust für die Werkzeugstadt, doch es ändert nichts an der Kernforderung: Egal was aus dem Teich wird, die Tiere brauchen laut Wolf bis zur feuchten Jahreszeit dringend neues Wasser.

Eine mögliche Option wäre laut der engagierten Tierschützerin außerdem eine Umsiedlung. So könnte der Solinger Tierpark "Fauna" die Schildkröten aufnehmen. "Ich habe selbst schon ein totes Exemplar vor einigen Wochen im Teich gesehen", sagt Wolf. Die Talsperre wäre für sie als neue Heimat für die Enten denkbar.

Dass der Teich beständig an Wasser verliert, liegt an einer durchlässigen Stelle im Boden und einem fehlenden Wasserzufluss.

Laut Stadt fallen 320 000 Euro an, um beides auszubessern und die 60 Zentimeter dicke Schlammschicht auf dem Grund des Teichs zu entsorgen.

Quelle: RP
 
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