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Remscheid
Deutsch-französische Freundschaft

Remscheid: Deutsch-französische Freundschaft
Gelebte europäische Union: Anna Linea Brockmann (li.) aus Lennep und Ève Hugueny aus Asnières-sur-Seine bei Paris. FOTO: M. kempner
Remscheid. Anna Linea Brockmann und Ève Hugueny (beide 16) haben einander für jeweils drei Monate besucht. Von Anna Mazzalupi

Anna Linea Brockmann (16) und Ève Hugueny (16) haben sich auf Anhieb gut verstanden. Kein Wunder, denn die beiden verbindet die Lust auf Abenteuer, eine andere Kultur und das Lernen einer anderen Sprache.

Zum ersten Mal sind sie sich beim Schüleraustausch zwischen dem Röntgen-Gymnasium und dem Collège Sainte Genéviève begegnet. Beide fanden: Eine Woche ist viel zu wenig Zeit, um Land und Menschen kennenzulernen. Kurzerhand und ganz unbürokratisch entstand die Idee, sich im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms gegenseitig für drei Monate zu besuchen, im jeweiligen anderen Land zu leben und zu lernen. Eine Entscheidung, die die Teenager nicht bereuen.

Anna Linea war im letzten Jahr in Asnières-sur-Seine bei Paris. Ève war bis Ende Mai in Lennep. Sie wohnte in der Altstadt und genoss die Pause vom hektischen Großstadtalltag. "Das ist eine gute Luft hier", merkte sie mit einem Lachen an. Ihr Vater und ihre drei älteren Geschwister ermutigten sie zum Auslandsabenteuer. Mit ihrer Gastfamilie hat sie Köln und Düsseldorf erkundet, war in Berlin und Hamburg. Außerdem hat sie ihre Schwester in München besucht, die dort zurzeit arbeitet.

"Ich hatte Lust, Deutschland zu entdecken und Deutsch zu lernen. Alle sprechen Englisch. Aber es ist auch gut, eine andere Sprache als Englisch zu sprechen", begründete die sympathische Französin, was sie an dem längeren Austausch gereizt habe. Besonders gut habe ihr auch das Schulsystem gefallen. Denn in Frankreich drücken die Schüler oft bis 18 Uhr oder länger die Schulbank. In Lennep hatte sie mehr Freizeit - zum Beispiel für das Basketball spielen.

Für Anna Linea hingegen war der Schulalltag in Frankreich und die großen Klassen mit fast 40 Schülern anstrengend und ungewohnt. "Durch den Austausch lernt man auch zu schätzen, was man zu Hause hat", sagt sie. Das hektische Treiben in Paris und die Internationalität in der Stadt haben sie angezogen. Nur einen Spaziergang über die Seine lag die Großstadtluft entfernt.

"Ich finde die französische Sprache schön", schwärmt Anna Linea. Ein längerer Aufenthalt sei die beste Möglichkeit, die Sprache zu lernen, weil man gezwungen sei, zu sprechen. Ein weiterer Vorteil: Obwohl man in der Gastfamilie behütet sei, werde man eigenständiger. Èves Familie sei für sie zu einer zweiten geworden. Gemeinsam waren sie im Ferienhaus der Großeltern in der Normandie, wo sie den Segelschein gemacht hat. Und ihr war wichtig, dass jemand zu ihr kommt, dem sie ihre Heimat zeigen kann.

Letztlich finden die Freundinnen, seien drei Monate aber immer noch nicht genug. "Gerade, wenn man angefangen hat, sich zu integrieren und neue Freunde zu finden, muss man schon wieder fahren", bedauert Anna Linea. So geht es auch Ève. Für die Mädchen steht aber in jedem Fall fest: Sie werden sich wiedersehen.

Quelle: RP
 
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