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Wuppertal
Autobahn 46: Das Chaos will nicht enden

Wuppertal. Der Schallschutz steht. Der Flüsterasphalt liegt. Trotzdem löst sich der Stau auf der Autobahn 46 in Wuppertal nicht auf. Allein am Freitagmorgen gab es laut dem Internetdienst stau.info acht Meldungen für Staus zwischen einem und drei Kilometern Länge in Wuppertal. Der WDR meldete noch am Nachmittag drei Staus zwischen drei und fünf Kilometern. Von Eike Rüdebusch

Alois Höltgen, Projektleiter A46 bei Straßen NRW, sagt, er sei selbst verwundert. "Es ist kurios: Teilweise gab es weniger Stau während der Bauarbeiten als jetzt." Es gebe einfach zu viel Verkehr. "Das können wir nicht mehr abfließen lassen."

Jürgen Gerlach, Professor für Verkehrsplanung an der Bergischen Universität Wuppertal sagt, die A 46 sei mit bis zu 100 000 Fahrzeugen am Tag eine der höchst belasteten Autobahnen. Laut Statistischem Bundesamt fahren täglich allein 8753 Berufspendler von Wuppertal nach Düsseldorf, 2704 in umgekehrte Richtung. Auch wenn nicht alle mit dem Auto fahren - es zeigt die Stoßrichtung.

Dazu kommen die Lkw. Gerlach: "Der Lkw-Verkehr hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und wir rechnen mit weiteren Zunahmen." Denn seit die Leverkusener Rheinbrücke 2012 für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt worden ist, nutzen viele die A46 als Ausweichroute. Genaue Zahlen gibt es nicht. Die Anzahl der Lkw, die täglich die Leverkusener Brücke befahren haben, wird von Straßen NRW mit 14 000 beziffert. Die Brücke soll neugebaut werden. Wann, ist unklar. Michael Kalisch von Straßen NRW sagt: "Das kann noch mehrere Jahre dauern." Dazu muss die A46 noch die Sperrung der Bundesstraße 7 auffangen.

Für Gerlach ist die Lage klar: "Eigentlich müsste sie schon lange sechsspurig ausgebaut werden." Höltgen stimmt zu. Sieht aber Probleme: Dann wären die vorhergegangenen Arbeiten hinfällig. Die Lärmschutzwände müssten neu berechnet und umgeplant werden. Eine andere Lösung sei die Freigabe der Standspur. Das werde im Raum Frankfurt häufig gemacht. Das aber erfordere ein großes Planfeststellungsverfahren. "Und ich glaube nicht einmal, dass es durchkommen würde", sagt Höltgen. Denn das hätte die gleichen Folgen wie der Ausbau: mehr Verkehr und mehr Lärm.

Neben dem vielen Verkehr sieht Höltgen auch die Fahrer in der Schuld. Die hielten sich nicht an die vorgegebenen Geschwindigkeiten. Am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord (siehe Kasten) etwa gebe es Verkehrsbeeinflussungsanlagen - also Anzeigen, die je nach Verkehrslage eine Geschwindigkeit vorgeben. Wenn die 60 Kilometer pro Stunde zeigen, fahren viele trotzdem 120, wenn die Strecke frei ist." Dabei sorgten die angezeigten Geschwindigkeiten dafür, dass Freiräume erhalten blieben und es nicht zum Stau komme.

Quelle: RP
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