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Remscheid
Lukullische Vielfalt in der Altstadt

Remscheid: Lukullische Vielfalt in der Altstadt
Die vier Damen haben sich ihr Essen selber mitgebracht: Dim-Sum, Thai-Curry oder Kokosmilchreis kamen auf dem Tisch. Es hat ihnen gut geschmeckt. (v.l.) Vararat Feth, Anja Finelli, Nicola Garbrecht und Rabea Abrahams. FOTO: Fotos (3) Jürgen Moll
Remscheid. Viele Besucher trafen sich in Lennep zu "Tischlein deck dich" und erfreuten sich an den Bergischen Symphonikern. Von Anna Mazzalupi

Von der Bierbank über den Klappstuhl bis hin zum gemütlichen Gartenstuhl - beim Lenneper Sommer prägten die verschiedenen Sitzmöglichkeiten das Bild in der Altstadt. Zum "Tischlein deck dich" der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) fanden sich Familien, Freunde und Vereinsmitglieder zusammen, um an den Tafeln auf dem Alter Markt zu essen, zu trinken und eine schöne Zeit zu verbringen.

Essen, Getränke, Stühle und Tische konnte man entweder selbst mitbringen oder bei der LKG anmieten. Wer nicht selbst für die Verpflegung sorgen wollte, wurde an den Ständen des Vereins bestens versorget. "Jeder soll zur Harmonie beitragen", sagte Besucher Jan Brockmann mit einem Lachen. Er war zum ersten Mal mit Familie und Freunden dabei. "Ich möchte damit den Karneval unterstützen", erklärte er. Auf seinem Tisch sorgte ein Kerzenständer für ein festliches Ambiente und diente zwischendurch auch als Halter für die Kottenbutter. Musik und Stimmung seien toll, merkte er an.

Zwei Reihen weiter ließen sich vier Freundinnen das Essen schmecken. Auch sie deckten zum ersten Mal einen Tisch auf dem Alter Markt. Die Lenneperin Vararat Feih hatte für den Abend extra asiatische Küche vorbereitet. Das Mahl genoss sie mit Anja Finelli und Rabea Abrahams aus Remscheid sowie Nicola Garberck aus Wermelskirchen ganz in Ruhe und ohne Hektik. Dim-Sum, Thai-Curry oder Kokosmilchreis kamen auf dem Tisch. Gegrillt wurde auf dem Einweggrill, Besteck, Geschirr und Wein fanden in dem großen Picknick-Korb Platz, der auf dem Tisch ein Hingucker war. "Der lag ganz lange bei meiner Mutter im Keller und deshalb habe ich ihn heute mitgenommen", erzählt Finelli lachend. Die Musik von der "Kotten Band" aus Solingen kam bei den Frauen gut an.

Gunter Brockmann, erste Vorsitzender der LKG, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Zu den Besuchern zählten zudem wieder Mitglieder der Lenneper Turngemeinde sowie Lennep Offensiv. "Ich freue mich auch, dass die Bergischen Symphoniker heute wieder spielen. Da profitieren wir beide von", sagte der Karnevalist. Denn wer wollte, konnte für eine Stunde dem Stadtteilkonzert der Musiker am unteren Alter Markt lauschen.

Die Außengastronomie war bereits voll besetzt, die Zuschauer sammelten sich an den Fenstersimsen der umliegenden Geschäfte, während die Musiker sich unter den vier Bäumen noch warm spielten. Die Traube rund um den Platz wurde immer größer. Die Menschen rückten so nah, dass man in die Notenblätterschauen kann.

Erfahrene Besucher wie Erika Spies und ihre drei Kegelschwestern aus Radevormwald brachten ihre eigenen Stühle und Snacks mit. "Es ist toll, so zusammenzusitzen", sagte Spies, die alle vier Wochen ein symphonisches Konzert besucht. Wie die vielen anderen Zuhörer lauschte sie dem Programm der Musiker, die an diesem lauen Sommerabend melodisch mit dem Spanischen Marsch oder der Ouvertüre aus dem Barbier von Sevilla in den Süden entführten.

Die Atmosphäre sprach für sich: Theater-Gefühl vermischt mit dem Zwitschern der Vögel und dem Glasklirren beim Anstoßen, was den Musikern sicherlich eine hohe Konzentration abverlangte. Ihnen gelang es mühelos, mit Auszügen aus "Carmen", spanisches Temperament und Leidenschaft in die Altstadt zu zaubern. Vor dem inneren Auge bauten sich Stierkampf und Tänzerinnen auf. Der Applaus fiel so lang und gewaltig aus, dass das Ensemble nicht ohne zwei Zugaben gehen konnte.

Dolce Vita geht in Lennep: Mit Tischlein deck dich und den Bergischen Symphonikern.

Quelle: RP
 
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