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Remscheid
OB Mast-Weisz erinnert an das Wunder des 70-jährigen Friedens

Remscheid. Beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit lobte der OB das Engagement der Bürger für die Flüchtlinge. Die Bergischen Symphoniker spielten Mozart. Von Vin Gisela Schmoeckel

Beethovens Ode an die Freude wird meist sehr prunkvoll orchestriert. Ganz anders erklang sie als Europahymne im Spiel der Bergischen Symphoniker. Leicht, beweglich, mit spannungsvoller Steigerung zum Schluss. Sie eröffnete die Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit, zu der Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz das Remscheider Publikum, mit ihm Ratsmitglieder und Landtagsabgeordnete im nahezu voll besetzten Teo Otto Theater begrüßte.

In sehr persönlichen, anrührenden Worten erinnerte er an das Geschehen vor 25 Jahren, an das friedliche, solidarische Miteinander der so lange und extrem getrennten Staaten. Er erinnerte an das Wunder des nun 70-jährigen Friedens in Deutschland und mahnte, auch in der wachsenden neuen Vielfalt eine Herausforderung zu sehen, die das Land stark machen könne. Der Auftrag des Grundgesetzes "Die Würde des Menschen ist unantastbar" sei gerade in den letzten Wochen in Remscheid mit Leben erfüllt worden. Das Willkommen für die eintreffenden Flüchtlinge, der soziale Respekt und das riesige ehrenamtliche Engagement mache ihn sehr dankbar. Nach dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne spielten die Bergischen Symphoniker in Kammerbesetzung Josef Haydns Kaiserquartettvariationen, aus dem das Thema der Nationalhymne stammt. Die junge Dirigentin Corinna Niemeyer, diesjährige Stipendiatin der Orchesterakademie der Bergischen Symphoniker, leitete das schlanke, durchsichtige Spiel und stellte sich damit zum ersten Mal in Remscheid vor.

Im weiteren Konzert dirigierte und moderierte GMD Peter Kuhn. Schon im ersten Philharmonichen Konzert hatte das Konzertpublikum Silke Avenhaus kennengelernt, die als Pianistin in Residence in dieser Spielzeit drei Klavierkonzerte von Mozart spielt. Erklang im September Mozarts Konzert Nr. 22, so stand am Sonntagmorgen das Siebzehnte in G-Dur im Mittelpunkt der Feier. Ein kurzes, fröhliches Motiv leitet das Spiel wie ein lockender Vogelruf ein, leicht, federnd, in warm klingender Geläufigkeit entsteht ein innig wirkender Dialog zwischen Solistin und Orchester.

Spannungsvoll wächst ihr Klavierspiel aus der Einbettung des Orchesterklangs heraus, wird zum "Anführer", bleibt dabei immer graziös. Das feine Gewebe der Korrespondenzen zwischen den Solisten des Orchesters und dem auch improvisierenden Spiel der Pianistin zieht das Hören immer stärker in die feinen Strukturen dieser Mozart-Spiels hinein.

Bravorufe mischten sich unter den glücklichen Beifall.

Quelle: RP
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