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Remscheid
Stadt: Kein Mittel gegen Raser in Lennep

Remscheid: Stadt: Kein Mittel gegen Raser in Lennep
PS-starke Boliden mit überhöhter Geschwindigkeit und röhrenden Auspuffen sorgen in Lennep für großen Ärger. (Symbolfoto) FOTO: Krebs, Andreas
Remscheid. Umsetzung des vom Ortsparlament beschlossenen Programms für mehr Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit hakt. Von Henning Röser

Jürgen Beckmann, Leiter des Bürgeramtes, sprach in der Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt. Klimaschutz und Ordnung am Dienstagabend Klartext: "Wir kriegen das alleine nicht in den Griff." Mit "das" gemeint ist die allabendliche Verwandlung des unteren Teilbereiches der Kölner Straße in eine Rundstrecke für aufgemotzte Autos, deren Fahrer mit der dort geltenden Tempo 30-Vorgabe nicht allzu genau nehmen und deren getunte Fahrzeuge dabei häufig auch einen enormen Lärmpegel entwickeln.

Lennep habe sich zu einem "Hot-Spot" dieser Szene entwickelt, berichtete CDU-Sprecher Mathias Heidtmann. Treffpunkt sei das Parkhaus des Minimal-Marktes. Dort starteten und endeten die abendlichen Runden um den Block. Eine Beobachtung, die auch der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) bestätigt. Bei einer Streife berichtete unlängst ein Mitarbeiter, dass die lokale Tuning-Szene sich hier angesiedelt hat, nachdem sie sich zuvor am Parkhaus am Hauptbahnhof getroffen hatte.

Die CDU hat das Thema politisch wieder auf die Agenda gesetzt. Das verstärkte Vorgehen der Stadt "gegen zu schnelles Fahren" auf der Kölner Straße ist nur Teil eines von ihr vorgeschlagenen Sofortprogramms für die Verkehrsachse. Weitere Punkte sind verstärkte Aktivitäten für mehr Sauberkeit und gegen Müllsünder, sowie gemeinsame Streifengänge von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst (KOD). Die Bezirksvertretung Lennep hat das vor Wochen einstimmig beschlossen, doch mit der Umsetzung hapert es noch.

Beckmann berichtete, dass regelmäßig Tempokontrollen in der Kölner Straße stattfinden. Sobald allerdings der Messwagen der Stadt erkannt sei, verschwinde das Problem - nur um schnell wieder aufzutauchen wenn seine Leute weg seien. Und auch Sanktionen schreckten die Raser nicht ab. Es seien Bußgelder verteilt und in einem Fall auch ein Führerschein für einen Monat einkassiert worden. Doch nachhaltig sei der Effekt nicht. Die Raser kommen wieder.

Auch beim Thema Lärmbelästigung sei die Lage komplex. Nachdem Anwohner die Kennzeichen von störenden Fahrzeugen notiert hatten, überprüfte die Stadt die Fahrzeugdaten. Dabei kam heraus, dass einer der "lauten" Wagen für eine recht hohe Emission vom TÜV zugelassen war. Er hat also die Lizenz zum Röhren.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass die Probleme längst nicht nur auf Lennep beschränkt sind. Sven Chudzinski (FDP) berichtete, dass ihm "fast die Ohren abgefallen" seien, als er für seine Partei auf der Neuenkamper Straße Plakate für die Landtagswahl auf - und abgehängt habe. Die Autos dort seien nicht nur - mit Ausnahme des Straßenabschnitt, wo die Blitzer stehen- oft zu schnell unterwegs, sondern auch sehr laut.

Jürgen Beckmann kündigte an, bezüglich der Situation an der Kölner Straße das Gespräch mit der Polizei zu suchen. Die CDU will ihren Antrag nicht zurückziehen, sondern zunächst die weiteren Arbeitsergebnisse der Stadt abwarten.

Quelle: RP
 
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