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Herzenssache
Krankheit den Schrecken nehmen

Herzenssache: Krankheit den Schrecken nehmen
Dicht an dicht stehen die alten Gitterbettchen in der Kinderstation des St. Francis Hospitals in Kisoro. Die Abteilung wird derzeit mit Hilfe aus Neuss komplett neu errichtet. FOTO: NGZ
Rhein-Kreis-Neuss/Kisoro (SiHo) Als Marliese Arns 2003 zum ersten Mal nach Uganda reist, reift in ihr schon bald der Entschluss: Hier musst du helfen. Im Jahr darauf gründet sie mit einigen Bekannten den Verein "Miteinander für Uganda", ein kleines Team von derzeit neun Mitstreitern, das dank vieler Freunde in der Lage ist, ein großes Projekt zu stemmen: den Bau einer Kinderstation für das seit 1957 bestehende St. Francis Hospital in Kisoro/Südwest-Uganda.

 "Im Mai 2005 haben wir angefangen", berichtet Marliese Arns, die in Selikum wohnt und freiberuflich als psychologische Beraterin tätig ist. Erst kürzlich war sie wieder in Uganda, um sich vom Fortschritt der Arbeiten zu überzeugen.

Bis jetzt flossen 50 000 Euro in den Neubau, weitere 65 000 Euro sind notwendig, um das Haus fertig zu stellen. "Wir geben, aber die Menschen müssen das Ihrige dazu beitragen", erläutert die 54-Jährige. So besteht mit der Verwaltung des Krankenhauses die Übereinkunft, dass sie für die Inneneinrichtung der Kinderstation sorgen muss.

"Die Einrichtung soll eine bessere medizinische Versorgung kranker Kinder im Raum Kisoro gewährleisten." Im Moment bietet die vorhandene Station einen trostlosen Anblick: verschlissene Gitterbettchen, überfüllte Räume, fehlende Quarantänemöglichkeiten und marode sanitäre Anlagen. Wahrlich kein Umfeld, um gesund zu werden!

Von Hoisten nach Afrika

In Kisoro ist Waltraud Ndagijimana Ansprechpartnerin des Vereins "Miteinander für Uganda". Die Lehrerin stammt aus Hoisten, lernte während des Studiums ihren Mann - einen Ugander - kennen und ging mit ihm, er ist Arzt, in seine afrikanische Heimat. Marliese Arns kennt Waltraud Ndagijimana seit 2001. "Ohne die Strukturen, die sie und ihr Mann vor Ort gelegt haben, wäre unsere Hilfe nicht möglich."

Zum Engagement des Vereins gehört auch die Vermittlung von Patenschaften. In Uganda leben sehr viele Waisen, deren Eltern an Aids gestorben sind; andere hingegen stammen aus intakten Familien, aber der Kampf ums tägliche Dasein erlaubt es nicht, an einen "Luxus" wie Bildung zu denken.

Die Patenschaften machen's möglich. Bereits 50 Mädchen und Jungen bekommen auf diese Weise Unterstützung. Pro Jahr erhält jedes Kind 120 Euro, mit denen unter anderem die Schulbildung finanziert wird. Umsonst sei das Geld aber nicht, betont Arns. Das Kind gebe das, was es leisten kann: gute Noten.

Quelle: NGZ
 
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