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Rhein-Kreis Neuss
Mehr Unternehmen investieren im Ausland

Rhein-Kreis Neuss: Mehr Unternehmen investieren im Ausland
Jedes vierte Unternehmen, das im Ausland aktiv ist, möchte seine Budgets aufstocken. FOTO: Pixabay.com
Rhein-Kreis Neuss. Die Wirtschaft in der Region plant mehr Investitionen im Ausland als in den vergangenen beiden Jahren. Das geht aus einer jetzt vorgelegten IHK-Analyse hervor. Vor allem die Eurozone steht bei den Unternehmen hoch im Kurs. Von Andreas Buchbauer

Unternehmen, denen es wirtschaftlich gut geht, haben oft ein Ziel: Expansion. Von daher lässt sich das Ergebnis der jüngsten Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein zu geplanten Auslandsinvestitionen durchaus als Zeichen der Stärke der Wirtschaft in der Region werten. Denn die hiesigen Unternehmen möchten in diesem Jahr mehr im Ausland investieren als im Vorjahr, insbesondere in den Ländern der Eurozone. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK-Studie auf Grundlage einer Unternehmensumfrage mit rund 900 Teilnehmern. "In erster Linie dienen die Investitionen dem Ausbau von Vertrieb und Kundendienst in den Zielmärkten", erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Dies komme durchaus auch der Region zu Gute. "Wenn Unternehmen neue Märkte erschließen und verstärkten Absatz verzeichnen, kann dies zu neuen Arbeitsplätzen auch am Heimatstandort führen", sagt Steinmetz. Er widerspricht dem Vorurteil, Auslandsinvestitionen führten zu einer mittelfristigen Abwanderung des Unternehmens. Die IHK-Analyse zeige, dass das Hauptargument für Auslandsinvestitionen für zwei Drittel der Unternehmen die Stärkung des Vertriebs und des Kundendienstes sei.

Allerdings nimmt Steinmetz die Politik in die Pflicht. Sie dürfe die Standortbedingungen für die Wirtschaft in der Region nicht vernachlässigen. "16 Prozent der Industriebetriebe mit Investitionen im Ausland planen, Teile ihrer Produktion aufgrund der Standortkosten ins Ausland zu verlagern." Bei den Dienstleistern plane sogar jedes fünfte Unternehmen mit Auslandsinvestitionen, Teile seiner Leistungserstellung ins Ausland zu verlagern. Die Politik müsse dies ernst nehmen und dafür sorgen, dass die Region als Standort attraktiv bleibt.

Die Ergebnisse der jüngsten IHK-Analyse zeigen auch, dass ein Wandel stattgefunden hat. In den vergangenen beiden Jahren waren die Auslandsinvestitionen der Betriebe konstant - und somit wenig expansiv. "Insbesondere die geopolitischen Krisen in Russland und im Nahen Osten haben dazu beigetragen", sagt Steinmetz. "Die Lage dort beobachten wir weiter mit Sorge."

Immerhin sei die Wirtschaft zum Beginn dieses Jahres investitionsfreudiger: Jedes vierte Unternehmen, das im Ausland aktiv ist, möchte seine Budgets aufstocken. Vor allem in der Dienstleistungsbranche sei die Bereitschaft mit 37 Prozent groß. Bei den Großhändlern und in der Industrie erwartet die IHK hingegen lediglich leicht steigende Budgets. Branchenübergreifend schränken allerdings auch 13 Prozent ihre Investitionen außerhalb Deutschlands ein.

Dass zwei Drittel der Betriebe in der Eurozone investieren möchten, hängt laut IHK-Analyse einerseits damit zusammen, dass das Wechselkursrisiko entfällt. "Zudem wird die Konjunktur stabiler eingeschätzt als noch vor einigen Jahren", meint Steinmetz.

Als Hemmnisse bei Auslandsinvestitionen nennen 28 Prozent der Betriebe politische Risiken. 26 Prozent beklagen hohen Bürokratieaufwand im Zielland und 25 Prozent Währungsrisiken. Die IHK hilft mit Beratungsangeboten, aber auch mit Länderforen und Unternehmerreisen, den Start im Ausland für ein Unternehmen zu erleichtern und Problemen vorzubeugen.

Quelle: NGZ
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