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Lokalsport
Der volle Druck lastet auf den Tigers

Neuss. Nur ein Sieg in Wolfenbüttel hält die TG-Basketballerinnen im Play-off-Kampf. Von Dirk Sitterle

Zur Einstimmung auf das zweite Spiel der Play-off-Halbfinalserie gegen das Wolfpack Wolfenbüttel am Karsamstag (17 Uhr) in der Lindenhalle sei den Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss Tigers das Studium der auf der Facebook-Seite der Wölfe zu findenden Mitschnitte ihrer 82:88-Niederlage im ersten Duell zu empfehlen. Zu sehen sind nämlich nicht nur die spielentscheidenden Szenen, sondern auch jubelnde Gästeakteurinnen beim Verlassen der Humboldthalle. Bilder, die jedem Tiger richtig wehtun - und sogar zornig machen.

Janina Pils, Trainerin der Neusser Korbjägerinnen, stellt jedoch klar: "Wir haben keinen Grund, auf Wolfenbüttel sauer zu sein. Sauer können wir nur auf uns selber sein, weil wir in der ersten Hälfte einfach unterirdisch verteidigt haben." Vor einer Woche lagen die Tigers zur Pause mit 31:51 zurück, ehe sie den Rückstand im Verlauf der mit 51:37 gewonnenen zweiten 20 Minuten bis auf zwei Punkte (82:84/40.) verringerten. Natürlich, räumt die ehrgeizige Trainerin ein, tue diese Niederlage immer noch weh. "Aber nur darum, weil wir unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden sind. Wir wissen, wir haben nicht unser Bestes gegeben."

Aus diesem Grund hat sie auch darauf verzichtet, ihre Schützlinge mithilfe des Spielvideos emotional zu packen. "Das ist für mich Zeitverschwendung. Wir haben andere Sachen zu tun. Und außerdem: Wer jetzt nicht motiviert ist, hat es nicht verdient, auf dem Feld zu stehen." Und damit das auch wirklich jede ihrer Spielerinnen versteht, fügt sie an: "Entweder bekommen in Wolfenbüttel alle Zehn ihren Arsch hoch oder wir sind raus! Entweder wir gewinnen am Samstag oder die Saison ist vorbei." Hoffnung macht ihr, dass die erfahrene Truppe mit diesem Druck durchaus umzugehen weiß, auch während der regulären Saison hatte Kita Waller, Jana Heinrich & Co. nach einem schlechteren Spiel stets die passende Antwort parat: Auf das Debakel in Barmen (63:81) reagierten die Tigers mit einem überzeugenden 73:65-Heimsieg über Opladen, nach der ärgerlichen Pleite in Opladen (66:68) war gegen Braunschweig ein relativ lockerer 75:56-Erfolg herausgesprungen. Pils: "Wir haben nie zweimal hintereinander schlecht gespielt."

Dass die Partie in Wolfenbüttel stattfindet, ficht sie dabei nicht an: "Natürlich herrscht da eine besondere Atmosphäre in der Halle. Aber für uns ist es egal, ob wir vor drei oder vor 2000 Leuten spielen. Die Mannschaft ist für so was nicht anfällig, dafür ist sie viel zu erfahren." Und auch mit öffentlicher Kritik an einzelnen Spielerinnen hält sie sich strikt zurück. Zum einen, "weil man solche Spiele nur als Mannschaft gewinnt oder verliert." Zum anderen aber auch, "weil wir immer wieder Leute gefunden haben, die in die Bresche gesprungen sind. Das hat uns die ganze Saison ausgezeichnet." Fakt ist jedoch: Während beim Wolfpack am vergangenen Samstag die großen Drei, Klaudia Grudzien (23 Punkte, zehn Rebounds, 7/11 Würfe aus dem Feld), Raelyn Prince (17 Punkte, zehn Rebounds, 8/13 Würfe aus dem Feld) und Lakevia Boykin (22 Punkte, 2/3 Dreier), ablieferten, raffte sich bei den Tigers außer Kita Waller (24 Punkte, neun Assists, 9/14 Würfe aus dem Feld), vielleicht mit Ausnahme von Franziska Worthmann (18 Punkte), keine Spielerin zu einer außergewöhnlichen Leistung auf. Pils: "Im Gegensatz zu Wolfenbüttel haben wir es nicht geschafft, uns auf ein anderes Niveau, auf Play-off-Niveau, zu katapultieren."

Andererseits: Ein Team, das zweieinhalb Minuten vor Schluss noch satt mit 19 Punkten zurückliegt und dann nur einen verwandelten Dreier vom Sieg entfernt ist, muss das Herz einer Kriegerin haben.

Quelle: NGZ
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