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Dormagen kann in der Liga mithalten

Dormagen. Schuld an der ersten Saisonniederlage des TSV Bayer Dormagen waren Kleinigkeiten, aber auch ein zu kleiner Kader des Handball-Zweitligisten. Trotzdem hat sich die Saison besser angelassen als erwartet. Von Volker Koch

Drei Spieltage sind zu früh, um einigermaßen verlässliche Prognosen über den Saisonverlauf in der Zweiten Handball-Bundesliga abzugeben. Einige Mannschaften müssen (und werden) sich noch finden, andere leben vom Momentum. Absehbar dürften nur zwei Dinge sein: Hinter den beiden Erstliga-Absteigern HC Erlangen und GWD Minden dürfte es ein beispielloses Hauen und Stechen geben, um die letzten vier Tabellenplätze zu vermeiden, denn die Liga erscheint ausgeglichener denn je.

Welche Rolle der TSV Bayer Dormagen in diesem Feld spielen wird, lässt sich gleichfalls noch nicht abschätzen. Trotz der sicher nicht unverdienten, aber dennoch vermeidbaren ersten Saisonniederlage ist der Vorjahresaufsteiger besser aus den Startlöchern gekommen als allseits erwartet. So viel steht nach drei Spieltagen fest: Die junge Truppe von Trainer Jörg Bohrmann ist kein Kanonenfutter, sie kann in dieser engen Liga durchaus mithalten. Immerhin hat sie die ersten vier Saisonpunkte ohne Max Bettin, ihren besten Torschützen der vergangenen Spielzeit, eingefahren. Bei dessen Nebenleuten ist ein Lernprozess gegenüber der Aufstiegssaison unübersehbar - sie verlieren nicht mehr so schnell den Kopf und in dessen Folge dann meist auch den Ball.

Doch das funktioniert nur, so lange die Kräfte reichen. Und ob die das angesichts von 40 Meisterschaftsspielen und einem extrem dünn gestrickten Kader lange tun, wird die alles entscheidende Frage sein. In Bietigheim retteten sich die Dormagener gerade noch über die Zeit, gegen Wilhelmshaven entschieden Kleinigkeiten in der Schlussphase, die so bei mehr Wechselalternativen vielleicht nicht passiert wären. Sicher, es gibt finanzielle Zwänge, sicher, es gibt die Prämisse, dass ein neuer Spieler ins System und in die Mannschaft passen muss. Und eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages werden Max Bettin und Pascal Noll in den Kader zurückkehren.

Doch es steht zu befürchten, dass bis dahin (oder schlimmstenfalls schon vorher) andere Spieler ausfallen - einige quälten sich schon gegen Wilhelmshaven nur mit Schmerzen durch. Nur weil der TSV bereits vier Punkte auf seinem Konto hat, darf die Suche nach einer Verstärkung nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden. In einer Liga, in der nur Kleinigkeiten entscheiden, könnte das am Ende den Abstieg besiegeln.

Quelle: NGZ
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