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Lokalsport
Eine Niederlage, die dem TVK Mut macht

Lokalsport: Eine Niederlage, die dem TVK Mut macht
Dem Korschenbroicher Steffen Brinkhues (M.) gelang im linken Rückraum längst nicht alles. Trotzdem fasste er sich im Angriff immer wieder ein Herz und verdiente sich so ein Sonderlob von Trainer Ronny Rogawska. FOTO: georg salzburg
Korschenbroich. Bei der 20:27-Niederlage gegen Spitzenreiter TuS Ferndorf zieht sich Hanball-Drittligist TV Korschenbroich achtbar aus der Affäre. Gästecoach Michael Lerscht sorgt für einen Aufreger, als er Ronny Rogawska den Handschlag verweigert. Von Christos Pasvantis

Natürlich hört es sich im ersten Moment etwas merkwürdig an, wenn Trainer und sportlicher Leiter nach einer hochverdienten und deutlichen Niederlage unisono von einem ganz starken Auftritt sprechen. Doch der TuS Ferndorf ist in dieser Dritten Handballliga nun mal nicht zu stoppen - schon gar nicht vom akut abstiegsbedrohten TV Korschenbroich. Gegen einen übermächtigen Konkurrenten, der seine Gegner in dieser Saison im Schnitt fast zweistellig von der Platte fegt, konnte der TVK mit der 20:27-Heimpleite (8:12) also durchaus leben.

"Ich bin stolz auf meine Jungs", sagte Trainer Ronny Rogawska fast überschwänglich, Manager Kai Faltin stieß ins selbe Horn: "Wenn mir heute morgen jemand dieses Ergebnis angeboten hätte, hätte ich das sofort unterschrieben." Zu überlegen waren die in dieser Spielzeit noch verlustpunktfreien Gäste, die sich zu keinem Zeitpunkt des Spiels aus der Ruhe bringen ließen. So täuscht das Endresultat sogar noch über die tatsächlichen Kräfteverhältnisse weg: Nach 46 Minuten ging Ferndorf nach einem Treffer von Kevin John mit 24:13 in Führung und es schien so, als hätte der TuS diesen Vorsprung bis zum Schlusspfiff spielend leicht auf 15 oder 16 Treffer ausbauen können. "Auch wenn es Jammern auf hohem Niveau ist, müssen meine Jungs die Schlussphase konzentrierter gestalten", monierte Trainer Michael Lerscht, dessen Schützlinge den TVK zumindest noch Ergebniskosmetik betreiben ließen und damit auch Coach Rogawska erfreuten: "Toll, dass die Jungs zum Schluss weiter Gas gegeben und sich nicht haben abschießen lassen."

Generell sah der Däne, der zur kommenden Saison zur HSG Krefeld wechselt, viele positive Ansätze im Auftritt seiner blutjungen Truppe. An der hochaggressiven Deckung biss sich Ferndorf zumindest eine Halbzeit lang die Zähne aus, im Angriff ließ der TVK auch nach dem zweistelligen Rückstand den Kopf nicht hängen. So hielten die Gastgeber die Partie bis zur Halbzeitpause offen, ehe Ferndorf aufdrehte und sich von 14:10 (34.) auf 20:12 (40.) absetzte. "Besonders Steffen Brinkhues hat mir zum Schluss sehr gut gefallen", lobte Rogawska. SeinemRückraumlinken gelang vorne wie seinen Teamkollegen wenig, immerhin blieb er aber bis zum Schluss mutig. "Das sind Kleinigkeiten, an denen wir uns hochziehen können", fand der Trainer.

Dass es trotzdem auf nahezu jeder Position mangelt, weiß er. Auch wenn in der etwas länger als einen Monat dauernden Winterpause personell noch einmal nachgelegt werden sollte, benötigt Korschenbroich aus den drei Spielen dahin dringend Zählbares. "Vier Punkte brauchen wir da eigentlich schon", sagt Rogawska, der noch bei der Ahlener SG ran muss und danach die Bergischen Panther und Schlusslicht ATSV Habenhausen empfängt.

Für einen Aufreger sorgte nach Abpfiff Gästetrainer Lerscht, als er Rogawska den obligatorischen Handschlag nach der Pressekonferenz verweigerte. Schon während des Spiels hatte er sich - nicht zu Unrecht - massiv über die unerträglichen und andauernden Beleidigungen einiger TVK-Anhänger beschwert. Für das ausbleibende Abklatschen mit Rogawska hatten die Korschenbroicher trotzdem kein Verständnis. "Ein Verhalten, das einem Trainer des souveränen Tabellenführers der 3. Liga West nicht würdig ist und alles andere als den Fair-Play-Gedanken transportiert", hieß es im Spielbericht des TVK.

Quelle: NGZ
 
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