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Kapellens kühner Sturm auf die Uerdinger Grotenburg scheitert

Lokalsport: Kapellens kühner Sturm auf die Uerdinger Grotenburg scheitert
Gefahr gebannt: SCK-Keeper Christopher Möllering hat den Ball sicher, Frederik Leufgen braucht nicht einzugreifen. FOTO: Lothar Strücken
Uerdingen. Der Fußball-Oberligist unterliegt dem ehemaligen Erstligisten am Ende etwas zu hoch mit 0:3. Von Dirk Sitterle

Sicher, der SC Kapellen hat in der Fußball-Oberliga Niederrhein schon weitaus bessere Spiele abgeliefert als gestern Nachmittag beim 0:3 (Halbzeit 0:1) gegen den ehemaligen Erstligisten KFC Uerdingen vor 1300 Zuschauern im für diese Spielklasse schrecklich überdimensionierten Grotenburg-Stadion. Doch spiegelt das deutliche Ergebnis keineswegs die wirklichen Kräfteverhältnisse auf dem tiefen Rasen wider. Mit etwas Glück und vor allem mehr Mut hätte sich das Match auch wesentlich komfortabler für die als krasse Außenseiter angereisten Gäste gestalten können.

Die ersten beiden Torchancen gehörten nämlich dem SCK: Zunächst traf der in günstiger Schussposition stehende Keisuke Ota den Ball nach einer Flanke von Marcel Lüft nicht voll, was die Parade zu einer Pflichtübung für Uerdingens Keeper Daniel Schwabke machte (6.), dann erreichte ein schlampiger Querpass von Shota Arai seinen vor dem Tor lauernden Teamkollegen Ede Ungefug nicht (8.). In der Folge übernahm indes erst mal der aus der Regionalliga abgestiegene Topfavorit das Kommando - und zeigte sich in der "Roten Zone" wesentlich abschlussfreudiger.

In der elften Minute prüfte Marcel Koch als Retter in höchster Not gegen seinen direkt aus der Bundesliga in die Grotenburg eingeflogenen Gegenspieler Mo Idrissou SCK-Torhüter Christopher Möllering unfreiwillig. Fünf Minuten später lag das Leder zum ersten Mal im Netz der Gäste: Florian Abel steckte durch auf den zuvor mehrfach ins Abseits gelaufenen Idrissou, der alleine vor Möllering in aller Seelenruhe abschließen durfte (16.). "Da müssen wir in der Zentrale kompakter stehen", monierte SCK-Trainer Frank Mitschkowski, ersparte seiner wegen der Ausfälle von Tim Rubink und Dalibor Cvetkovic erneut umformierten Abwehr allerdings allzu harsche Kritik.

Der zarte Walid Sekkour hätte für den KFC nachlegen können, scheiterte aber an Möllering (29.). Viel mehr kam in der Offensive freilich nicht von den erstklassig besetzten Gastgebern. Die Schlussphase der ersten Hälfte gehörte sogar wieder dem SCK, dem in 39. Minute nach Unstimmigkeiten zwischen Idrissou und Schwabke durch Koch und Kani Taher gleich zwei - allerdings vergebliche - Anläufe blieben. Auch die von Frederik Leufgen nach einem zu kurz abgewehrten Eckball abgefeuerte Salve hätte an einem optimalen Tag für deutlich mehr Gefahr gesorgt (43.). Zudem war für Mitschkowski der Fall klar, als Ungefug und Ioannis Alexiou im Uerdinger Strafraum aneinandergerieten. "Klarer Elfmeter. Er hat sich bei Ede sogar entschuldigt." Auch die erste Einschussmöglichkeit des zweiten Abschnitts gehörte Kapellen, dem Kopfball des nach einer Flanke völlig freistehenden Ota fehlte es indes am nötigen Druck (51.).

Weil Idrissou bei Koch in guten Händen war und Marcel Lüft auf seiner linken Seite Silvio Pagano zu kontrollieren wusste, musste sich der KFC gedulden - und auf Fehler der Gäste warten. Diesen Gefallen tat der SCK seinem Widersacher in der 70. Minute: Eine weite Hereingabe traf Kapellens Deckung unsortiert, so dass Patrick Ellguth die Kugel per Kopf dem ebenso sträflich ungedeckten Alexiou zum 2:0 auflegen durfte. "Danach hatte ich das Gefühl, der Drops ist gelutscht", gab Mitschkowski zu. Dass der eingewechselte Darko Anic einen Konter auch noch mit dem 3:0 für die Krefelder abschließen konnte, ließ den Heimsieg des Titelaspiranten eine Spur zu hoch ausfallen. So sah das auch Mitschkowski: "Der Sieg ist sicher verdient, aber drei Tore waren die Uerdinger heute bestimmt nicht besser." Er bleibt darum bei seiner Einschätzung: "In dieser Liga kann jeder jeden schlagen."

Quelle: NGZ
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