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Ngz-Sportlerin Des Monats Oktober Alexandra Höffgen
Klares Ziel vor Augen: "Come back stronger"

Neuss. Die Neusser Ruderin musste in ihrer sportlichen Karriere schon den ein oder anderen Rückschlag einstecken, aber hat nie den Fokus verloren. Von Hannah Nehrig

Neuss "Natürlich ist es hart und der Schmerz ist groß, wenn dir klar wird, dass es das erstmal war. Die Saison ist gelaufen." Nach einem Bandscheibenvorfall im Frühsommer musste Alexandra Höffgen die Saison abbrechen und unter anderem auf die Ruder-Weltmeisterschaften in Florida verzichten. "Meine Enttäuschung war ziemlich groß und ich bin erstmal in ein Loch gefallen," sagt die Athletin des Neusser Rudervereins, "die WM war mein großes Ziel für die Saison, ich habe so viel dafür trainiert. Und dann zerplatzt der Traum aufgrund einer Verletzung."

Es brauchte ein bisschen Zeit, bis die 24-jährige wieder Hoffnung schöpfte. "Man muss sich die Zeit auch geben, den Kopf frei zu kriegen und sich neue Ziele zu stecken. Es war nun mal nicht zu ändern, die Verletzung war da und ich musste das Beste draus machen." Das Maximum rausholen, überlegen, welche Alternativen möglich sind und sich neue Ziele stecken, das war der Plan, den sie im Sommer verfolgte. Sie nutzte die trainingsfreie Zeit, um ihre berufliche Laufbahn weiter zu treiben und machte ein Praktikum, dass sie für ihr Maschinenbaustudium mit Unterstützung der Sportstiftung NRW bei der Westnetz GmbH absolvierte. "Es ist einfach toll, wenn in so einer Zeit jemand zu dir sagt: Ich kann dir helfen."

Außerdem knüpfte sie in ihrem Reha-Training Kontakt zu PRO Prävention in Münster, einem medizinischen Fitnessstudio. "Sie haben mir nicht nur bei der Reha auf die Beine geholfen, sondern sich für meine sportliche Karriere interessiert. Wir haben nach meinen Schwächen gesucht und neue Kraftpläne aufgestellt, so dass ich besser werde als vor der Verletzung," sagt die Dortmunder Studentin. "Wir bauen dich wieder richtig auf" und "Im Winter geht's dann richtig ab" waren Sätze, die die Betreuer zu ihr sagten, und die die Ruderin wieder voll motiviert haben. "Ohne den Bandscheibenvorfall, hätte ich diese Kontakte nicht gehabt", weiß Höffgen, "mit etwas Abstand kann ich jetzt sagen: Wer weiß wofür es gut war. Ich bin nicht unglücklich darüber wie es gelaufen ist."

Die NGZ-Sportlerin des Monats Oktober war schon immer ein positiv gestimmter Mensch. Zum Rudersport kam sie ebenfalls durch eine Verletzung. Damals war es das gerissene Kreuzband, das ihre Basketballkarriere beendete, da sie durch die Reha-Maßnahmen Spaß am Rudern fand. "Ich brauche immer etwas, was mich motiviert, weiter zu machen. Ich kann nicht zu Hause sitzen und pausieren. Ich brauche neue Ziele." Daher ist sie auch sehr glücklich über ihre Doppelbelastung mit Studium und Leistungssport. Auch wenn es ein Spagat zwischen Lernen für das Studium und dem Trainingsalltag ist, ist sie froh, den Ausgleich zu haben. Hilfe bekommt sie dabei unter anderem von den Kollegen aus dem Männer-Achter. "Wir haben eine sehr gute Stimmung im Trainingsalltag und tauschen uns gegenseitig aus. Da kann man sich auch schon mal abgucken, wie andere die Verknüpfung mit Uni und Training schaffen und sich jeden Tag neu motiviert bekommen."

Neue Motivation brauchte Höffgen auch, nachdem klar war, dass sich der deutsche Frauenachter nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert hat. "Es ist aber eine ganz andere Enttäuschung als bei einer Verletzung. Für eine Verletzung kann man nichts, wenn es aber ums Sportliche geht, dann waren wir einfach zu schlecht." Aber auch aus so einem Rückschlag lernt die Studentin und weiß mit der Frustration umzugehen. "So kurz vor dem Ziel zu scheitern, war eine große Enttäuschung. Man muss analysieren, woran es gelegen hat, und dann wieder nach vorne blicken, sich neue Ziele stecken."

Das neue große Ziel für Höffgen sind ganz klar die Sommerspiele in Tokio 2020. Zwei Siege bei den Landesmeisterschaften sowie der Titel bei den Deutschen Meisterschaften im Frauenachter waren der erste Paukenschlag. Höffgen ist wieder voll im Training und will sich nun beim Kadertest in Berlin Anfang Dezember behaupten.

Quelle: NGZ
 
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