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Sportpolitik
Mit Sport gegen Stress und Burnout

Sportpolitik: Mit Sport gegen Stress und Burnout
Walking ob mit oder ohne Stöcke lässt sich gezielt zur Stressbewältigung oder im Genesungsprozess nach einem Burnout einsetzen. FOTO: Archiv
Rhein-Kreis. Der Sportbund im Rhein-Kreis Neuss reagiert mit seinen Angeboten zur Übungsleiter-Ausbildung verstärkt auf die gesellschaftliche Entwicklung. Sport für Ältere, aber auch zum Abbau von Stress und Überlastung steht hoch im Kurs. Von Volker Koch

Der Sport ist keine Insel der Glückseligen, sondern ein Spiegelbild der Gesellschaft. "Deshalb muss der Sport sich auch auf gesellschaftliche Entwicklungen und Tendenzen einstellen", sagt Petra Maak. Die 50 Jahre alte Diplomsportlehrerin, einst eine Langstreckenläuferin von Klasseformat, ist beim Sportbund im Rhein-Kreis Neuss (KSB) für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Übungsleitern und Trainern zuständig.

Und als solche muss sie stets die Nase im richtigen Wind der neuen Trends haben. Dazu zählen nicht allein die in immer neuen Wellen anbrandenden "Trendsportarten" wie Pilates oder Zumba oder die mit einem starken medidativen Charakter versehenen fernöstlichen Disziplinen wie Yoga oder TaiChi, die gerade "in" sind.

Dazu gehört auch, passende Angebote bereit zu halten, um auf gesellschaftliche (Fehl-)Entwicklungen reagieren zu können. "Die Vereine können das nur leisten, wenn ihre Übungsleiter entsprechend geschult sind", sagt Petra Maak. Die Zeiten, in denen hierfür Stoppuhr und Trillerpfeife genügten, sind vorbei.

"Sport mit Älteren ist gerade das ganz große Thema", weiß Petra Maak - die demografische Entwicklung lässt da ebenso grüßen wie die kürzlich noch von Professor Wildor Hollmann, dem Nestor der deutschen Sportmedizin, in Neuss vorgestellte Erkenntnis, dass ausreichend Bewegung im Alter nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit hält (die NGZ berichtete in ihrer Freitagausgabe). So bietet der KSB in diesem Bereich Fortbildungen zum Thema "Krafttraining für Ältere" ebenso an wie solche für Übungsleiter, deren Sportkurse sich an Demenzkranke wenden.

Der Gesundheitseffekt hat den Leistungsgedanken in weiten Teilen überflügelt oder garverdrängt: "Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 3000 Teilnehmer unsere Angebote mit über 180 Aus- und Fortbildungen mit dem Schwerpunkt eines gesundheitsorientierten Trainings", weiß Sportbund-Vorsitzender Thomas Lang. Auch beim Burnout, offensichtlich auf dem Weg zur "Volkskrankheit", können Sport und Bewegung zur Genesung beitragen: "Wir bieten hierfür spezielle Lauf- und Walkingseminare an", sagt Petra Maak.

Auch bei diesen leichtathletischen Grundsportarten geht es nicht nur um die richtige Technik oder die Dosierung des Trainingsprogramms: "Grundkenntnisse in Sachen Ernährung, vor allem, um einer Übersäuerung des Körpers entgegen zu wirken, sollten sich Übungsleiter in dieser Bereichen ebenfalls aneignen", weiß die ehemalige Deutsche Marathonmeisterin aus eigener Erfahrung. Neben der Bewegung in der Natur ist "alles, was mit Wasser zu tun hat", der andere Trend, sagt Petra Maak, selbst Krafttraining und Pilates werden inzwischen im Schwimmbecken angeboten. In der Turnhalle liegen Schlingentraining, bei dem der Trainierende unter der Hallendecke "aufgehangen" wird und so seine Übungen annähernd "schwerelos" absolvieren kann, Faszientraining (Training des muskulären Bindegewebes) und Crossfit-Zirkel an der Spitze des Trends, "weil sie auch zur Stressbewältigung eingesetzt werden können", weiß die KSB-Expertin. Die auf der anderen Seite des Spektrums auch ein umfangreiches Seminarprogramm speziell für das Training mit Kindern im Angebot hat.

Alle Kurse sind fein säuberlich in einer 86-seitigen Broschüre aufgelistet, von denen in diesen Tagen 6600 Exemplare an bereits beim KSB erfasste Übungsleiter verschickt werden. "Allen anderen Interessenten senden wir sie kostenfrei und unverbindlich zu", verspricht Petra Maak.

Quelle: NGZ
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