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Fischessen Der Cdu
Borussen-Boss steckt mit Begeisterung für Erfolg an

Neuss. Nichts ist erfolgreicher als Erfolg. Wenn die eigenen (Wahl-)Erfolge ausbleiben, laden sich Politiker gern erfolgreiche Sportler - in der Hoffnung auf Ansteckungsgefahr. Sollte der Neusser CDU-Vorsitzende Jörg Geerlings mit diesem (nicht ganz ernst gemeinten) Hintergedanken fürs jüngste Fischessen Regie geführt haben, so war er mit seiner Personalentscheidung erfolgreich. Was Gastredner Rolf Königs im Dorint Hotel als Vorspeise zu Lachs und Hering servierte, machte den 150 Besuchern Appetit auf mehr.

Der international tätige Familienunternehmer (18.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Werken in 27 Ländern), seit 2004 auch Präsident von Borussia Mönchengladbach, begeisterte mit seinem Entertainertalent und nährte mit seiner eindrucksvollen Leistungsbilanz den Hunger auf Erfolg. Das wirkte offenbar in der Tat ansteckend. So wollte Ex-Ratsherr Karl Rüdiger Himmes vom 74 Jahre alten Wirtschafts- und Fußballmanager wissen, ob er auch eine Gebrauchsanweisung dabei habe, um die CDU in Neuss wieder erfolgreich zu machen.

Für Königs lag die Antwort nahe. "Politik ist auch Business", sagt er, "da bedarf es mehr Unternehmergeist." Spätestens an diesem Punkt schloss sich Königs' Argumentationskreis: Nur eine Vorwärtsstrategie schafft Erfolg. So hat er es 1978 gemacht. Damals stieg er beim 1899 gegründeten Tuchhersteller Achter & Ebels (AUNDE) ein, den er vom Stoffmacher zum Global Player führte. Er sanierte, er restrukturierte, er konsolidierte und er erschloss seinem Unternehmen neue Märkte - vor allem im Ausland.

Internationalisierung ja, Globalisierung nein. Königs meint damit, dass AUNDE-Werke immer für den örtlichen Markt produzieren. "Lohntourismus" lehne er ab, aber er setze überall "zu 100 Prozent auf lokales Management". Aber er gibt zu, dass "ich erst lernen musste, dass 100 Prozent lokales Management die beste Lösung ist." Noch eine Maxime stellt er auf: "Nicht über Qualität reden. Qualität machen." Was sich einfach anhört, muss viel Arbeit machen.

Dass Rolf Königs seine Belegschaft mitreißt, lässt sich erahnen. In seiner Präsentation kommt ganz oft "Wir" vor, dass ihm ein "Ich" rausrutscht, ist die Ausnahme. Heute gehört die Unternehmensgruppe von Rolf Königs mit den Marken AUNDE, Isringhausen und Fehrer zu den weltweit wichtigsten und größten Zulieferern der Automobil-Industrie. Königs lässt nicht nur Stoffe und Leder produzieren, sondern gleich ganze Sitze und Innenausstattungen.

"Das ergänzt sich wunderbar." - Sanieren, rekonstruieren, konsolidieren. Was Königs bei AUNDE gelang, wiederholte er beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Als er 1999 auf den Bökelberg kam, hatte der Klub 20 Millionen Euro Schulden; 2004 wurde Königs Präsident. Inzwischen verfügt die Borussia über 74.000 Mitglieder, ein modernes Stadion, ein Spitzeteam mit internationalem Format - und eine Vorwärtsstrategie: Wachstum mit eigenen Talenten, die bald in einem Neubau auf dem Vereinsgelände ein Internat beziehen werden.

Dorthin wird sich auch die Borussia Medicoreha vergrößern, die der Klub gemeinsam mit dem Neusser Reha-Unternehmer Dieter W. Welsink betreibt. In Mönchengladbach hat Rolf Königs den Erfolg, dessen Begeisterung er nach Neuss trug. So wurde das Fischessen zum Erfolg - auch für den gut aufgelegten CDU-Chef Jörg Geerlings. Ludger Baten

Quelle: NGZ
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