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Ausstellung "die Knef" Im Alloheim
Schallplatten, Kinoplakate und Lieder einer Diva

Dormagen. Erklingt die Stimme von Hildegard Knef, bekommt er Gänsehaut: Detlef Richter, in Dormagen als Fotograf bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund, sammelt alles von "Deutschlands letzter Diva", die 2002 im Alter von 76 Jahren gestorben ist. Und diese beeindruckende Sammlung stellte er jetzt im Dormagener Alloheim aus: Zahlreiche Filmplakate - natürlich hat er alle dazugehörigen Filme gesehen - reihten sich an Autogrammkarten und Plattencover, teils versehen mit persönlichen Grüßen der Schauspielerin, Bestseller-Autorin und Chansonnière.

Herzstück der Sammlung aber ist ein persönlicher Brief, den sie Detlef Richter 1993 geschrieben hat: "Darin ging sie auf meine Frage ein, ob ich ihr ein paar Plattencover schicken dürfte, damit sie sie signiert. Sie bat mich um ein wenig Geduld, weil sie stark eingespannt war, hat dann aber jedes Cover unterschrieben - mit Widmung", sagt der Knef-Fan und der Stolz und die Gerührheit sind ihm deutlich anzusehen. Von 103 veröffentlichten Schallplatten besitzt er 100. "Ob ich die letzten drei noch kaufe, weiß ich nicht, sie werden recht hoch gehandelt. Ich hadere noch mit mir", sagt er und lacht.

Doch wie kam die Liebe zu dieser besonderen Frau? "Ich habe sie in den 80er-Jahren live bei einem Konzert gesehen - und sie war einfach eine Erscheinung. Und dann diese rauchige Stimme!", schwärmt Richter. "Sie hat fast alle ihre Texte selbst geschrieben. Man muss die Stücke zwei, drei Mal hören, um sie zu verstehen, um zu verstehen, in welcher Situation oder Gefühlslage sie sich in diesem Moment befunden hat."

Während Michael Stamm am Samstag Melodien von Hildegard Knef spielte und dazu sang, erwartete die Besucher der Ausstellung am Sonntag ein besonderes Highlight: Der bekannte Chansonier Davi Wagner sang Stücke von Hildegard Knef, begleitet von dem Pianisten Wolfgang Fink. "Dafür möchte ich mich auch beim Alloheim bedanken, denn die haben diesen wunderbaren Auftritt ermöglicht", sagt Richter.

Zwischen den Knef-Exponaten konnten die Besucher auch stöbern: Tonträger oder Bücher, die Detlef Richter zwei Mal hat, bot er zu kleinen Preisen zum Verkauf an. Er persönlich liebt besonders eine bestimmte Stelle in dem Roman "Der geschenkte Gaul" von Hildegard Knef, und das hat einen biografischen Hintergrund: Denn darin beschreibt sie, wie sie als Kleinkind bei ihrem Großvater in einer Laubenkolonie in Zossen bei Berlin groß geworden ist. "Das ist total verrückt, denn ich wurde auch in Zossen geboren und habe einige Jahre dort gelebt, bis meine Eltern lieber in den Westen gehen wollten - bevor die Mauer gebaut wurde." Die Verehrung für die Sängerin wird bei Detlef Richter sicher ein Leben lang andauern. Vera Straub-Roeben

Quelle: NGZ
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