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Rhein-Kreis Neuss
Warum Digitalisierung für Unternehmen Vorsprung bedeutet

Rhein-Kreis Neuss: Warum Digitalisierung für Unternehmen Vorsprung bedeutet
Sylvia Groten von der Wirtschaftsförderung mit Philipp Depiereux, der einen Impulsvortrag hielt, und Moderator Tom Hegermann (r.). FOTO: woi
Rhein-Kreis Neuss. Der digitale Wandel ist wichtig. Doch wie setzt man ihn um, und wie motiviert man die Mitarbeiter? Das waren die Themen beim Neusser Mittelstandsforum. Von Marion Lisken-Pruss

In einem Punkt waren sich der Referent, das Podium und die Zuhörer einig: Der digitale Wandel ist da, und man kann ihn nicht aufhalten. Doch wie sich das Kerngeschäft und digitale Innovationen unter einen Hut bringen lassen, und welcher Stärken es bedarf, um im digitalen Zeitalter zu bestehen, darüber wurde beim 23. Neusser Mittelstandsforum im Zeughaus kontrovers diskutiert.

Dass die Digitalisierung längst im Alltag angekommen ist, zeigte Referent Philipp Depiereux, Geschäftsführer der Münchener etventure GmbH, am Beispiel des amerikanischen Dienstleisters Uber auf: Dieser vermittelt per App Fahrgäste an Mietwagen mit Fahrer - auch in deutschen Städten. Damit stellte Depiereux aber auch klar: Die Digitalisierung ist kein technisches Thema, sondern sie ist Chefsache und gehört zu den unternehmerischen Führungsaufgaben.

Doch wie lässt sich die digitale Transformation im Unternehmen umsetzen, wenn die Bewahrermentalität von Mitarbeitern zum Handicap werden könnte? Dazu hatte Depiereux einen Vorschlag: Innovationen sollten in einem "geschützten Raum" entwickelt werden. Das heißt, in einer vom Kerngeschäft unabhängigen Digitaleinheit, in der motivierte - vermutlich überwiegend junge - Mitarbeiter mit Start-up-Mentalität Dinge von Grund auf neu denken. "Da kann auch die 17-jährige Tochter des Firmenchefs mitmachen", sagte er.

Mit diesen "geschützten Räumen" hätten viele Firmen gute Erfahrungen gemacht. Erste Erfolge der Digitaleinheit sollten dann auch zügig umgesetzt werden, empfahl der Referent, allerdings erst im Kleinen, um auch Skeptiker im Unternehmen zu überzeugen. Noch einen Tipp hatte er parat: Innovationen sollten vom Kunden her gedacht und auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sein. Die Digitalisierung kann aber auch interne Prozesse betreffen, zum Beispiel, wenn digitale Urlaubsanträge eingeführt werden. Depiereux machte aber auch deutlich, dass mit Innovationen stets die Gefahr des Scheiterns verbunden sei. Sein Fazit: "Vergessen Sie einen Plan, starten Sie einfach, und setzen Sie sich über Regeln hinweg."

Das rief Kritik von Axel Fischer hervor. Er ist Geschäftsführer der Fischer Akkumulatorentechnik in Neuss und nahm ebenso wie Rainer Waibel, Geschäftsführer von Zech und Waibel Modellbau, und Bürgermeister Reiner Breuer an der von Tom Hegermann moderierten Diskussion teil. Die Digitalisierung sei wichtig, betonte Fischer. "Aber es gibt Gesetze, die wir Unternehmer nicht außer Kraft setzten können." Dabei stelle der Datenschutz ein großes Hindernis dar. Überhaupt schienen einige Vorschläge des Referenten, und insbesondere das Tempo, mit der er sie umgesetzt wissen wollte, bei manchen Zuhörern auf Skepsis zu stoßen. Da war es schade, dass Depiereux den Saal kurz nach seinem Vortrag verlassen musste, um noch den letzten Flieger zu bekommen, und sich nur kurz der Diskussion stellen konnte.

Quelle: NGZ
 
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