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Rhein-Kreis Neuss
"Wir mischen uns für die Wirtschaft ein"

Rhein-Kreis Neuss: "Wir mischen uns für die Wirtschaft ein"
In München war IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz in den letzten Tagen auf der Messe "Expo Real" für den Standort Niederrhein unterwegs . FOTO: lber
Rhein-Kreis Neuss. 100 Tage im Amt : Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein und zuvor Allgemeiner Vertreter des Landrates im Rhein-Kreis, zieht eine Bilanz. Von Frank Kirschstein

Alles richtig gemacht - der Standardkommentar von Fußballern und Trainern nach dem gewonnen Match kommt Jürgen Steinmetz 100 Tage nach dem Wechsel vom Rhein-Kreis zur Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein locker über die Lippen. Dabei geht's ihm weniger ums Persönliche als um die Arbeit und Positionierung der Kammer in den vergangenen Monaten.

Der Gemeinschaftsauftritt der IHK mit den Niederrhein-Kommunen bei der Immobilienmesse "Expo Real" in München habe, so Steinmetz, gerade erst wieder bewiesen, welches Potenzial in der Region stecke. "Bei uns passiert etwas, die Städte und Kreise entwickeln sich positiv, da herrscht Aufbruchstimmung. Das macht natürlich Spaß", sagt der Hauptgeschäftsführer. Seit der Übernahme des IHK-Chefpostens von seinem Vorgänger Dieter Porschen hat sich der Kaarster nicht nur in die Kammerstrukturen eingearbeitet, sondern - "mit meinem Team, in guter Zusammenarbeit im Ehren- und im Hauptamt", wie er betont - auch gleich die Agenda für 2016 ausgearbeitet:

Service für die Mitglieder Mit einer neuen Online-Übersicht und einem gedruckten Verzeichnis soll die IHK stärker über den Nutzen für ihre Mitglieder - immerhin 80.000 Unternehmen - informieren. Im Angebot: Beratung, Aus- und Weiterbildung von der Unternehmensgründung bis zur Hilfestellung auf internationalen Märkten.

Flächen und Logistik "Logistik ist kein Flächenfresser mehr", sagt Steinmetz und will im kommenden Jahr mit einer Studie die Bedeutung der Logistik für den Arbeitsmarkt und die Wertschöpfung in der Region belegen.

Präsenz in der Region Nicht nur an den Hauptstandorten, sondern ebenfalls in der Fläche will die Industrie- und Handelskammer stärker Präsenz zeigen und auch mit Veranstaltungen zu Gast sein. Dazu gehören Diskussionsforen zu aktuellen und wirtschaftspolitischen Themen in Zusammenarbeit mit der Rheinischen Post und der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

Famile, Pflege und Beruf "Wir wollen in unseren Regionen Netzwerke für Unternehmen schaffen, die dabei helfen sollen, Mitarbeiter, die Familie und Beruf vereinbaren müssen, zu entlasten - speziell auch mit Blick auf die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger", kündigt Steinmetz an. Dabei geht es zum Beispiel um ganz konkrete Hinweise auf Angebote wie Kurzzeitpflege oder betreutes Wohnen.

Digitalisierung fördern Mit einem 2016 erstmals ausgerichteten Wettbewerb für innovativ gestaltete Internetseiten will die IHK die Digitalisierung fördern.

Weiterbildung Fortbildungsangebote werden von der IHK überarbeitet und sollen in Zukunft stärker auch online verfügbar sein. Das, so Steinmetz, senkt die Barrieren und könnte die Teilnehmerzahlen erhöhen.

Duale Ausbildung stärken Mit der Hochschule Niederrhein arbeitet die IHK an neuen Angeboten für Studienabbrecher. "Wir reagieren damit auf einen Trend, der inzwischen als ,Akademisierungswahn' bezeichnet wird. Immer mehr junge Menschen strömen in die Hochschulen, aber nicht jeder ist für ein Studium geeignet." Die IHK will mit den neuen Angeboten Interesse für die klassische duale Berufsausbildung wecken.

Außenwirtschaft Mit einer Außenwirtschaftsumfrage will die Kammer herausfinden, welche Märkte weltweit für die Unternehmen im Kammerbezirk von besonderer Bedeutung sind und welche Art von Hilfestellung sich die Firmen von der IHK wünschen.

Grundsätzlich möchte Steinmetz der Kammer und den von ihr vertretenen Unternehmen noch mehr Gehör verschaffen. Regelmäßige Treffen mit Politikern aus der Region, die in der Landes- und Bundespolitik aktiv sind, gehören zum Konzept. Die Kammer will sich aber auch lokal weiter einmischen. "Dabei nützt es, dass ich aus meiner Zeit beim Rhein-Kreis die ,andere' Seite kenne", sagt Steinmetz. Allein die Grund- oder Gewerbesteuern zu kritisieren, sei nicht zielführend: "Wir müssen, wenn wir zu den öffentlichen Haushalten Stellung nehmen, durchaus mehr liefern und eigene Ideen mitbringen, wie die Kommunen sparen könnten."

Quelle: NGZ
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