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Rheinberg
Ein Jahr und neun Monate Haft wegen Drogenhandels

Rheinberg. 40-jähriger Rheinberger vor dem Schöffengericht.

Das Moerser Schöffengericht hat einen Mann aus Rheinberg wegen Drogenhandels zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt. Im vergangenen September waren im Haus des 40-Jährigen mehr als 400 Gramm Marihuana und Cannabis sichergestellt worden. Als die Polizeibeamten an seiner Tür klingelten, hatte er umgehend die Drogen ausgehändigt.

Er sei auffällig kooperativ gewesen, sagten die Ermittler. Um so erstaunlicher war es, dass er zu den Vorwürfen jetzt die Aussage verweigerte. So blieb unklar, wie er an die Betäubungsmittel gelangt war. Für das Geicht stand allerdings fest, dass der Rheinberger die Drogen nicht nur besessen, sondern damit auch gehandelt hatte, und zwar um Geld zu verdienen und seinen Eigenkonsum zu finanzieren. Den Handel sah das Gericht durch Indizien bestätigt. In der Wohnung war unter anderem ein Notizbuch mit Namen und Zahlen sichergestellt worden.

Außerdem waren Baustofftüten im Kleiderschrank versteckt, die laut Ermittlern oft zum Aufbewahren größerer Mengen illegaler Substanzen dienen. Auf die Erwiderung des Verteidigers, dass solchen Tüten nicht per se zum Einschweißen von Cannabis verwendet würden sondern tatsächlich für Bauarbeiten am Haus, konterte der Polizeibeamte: "Sie würden sich wundern, was man alles im Baumarkt für den Drogenanbau kaufen kann."

Das Moerser Gericht setzte die Strafe nicht zur Bewährung aus. Der Mann sei erst ein Jahr vor der Durchsuchung aus der Haft entlassen worden. Zur Tatzeit habe er sogar unter Führungsaufsicht gestanden. Auch lasse er keinerlei Therapiewillen erkennen, der eine Bewährung rechtfertigen würde.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(BL)
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