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Rheinberg
Europaschüler bestaunen Gold aus Rio

Rheinberg: Europaschüler bestaunen Gold aus Rio
Isabell Werth schreibt Autogramme, während die elfjährige Anne-Marie es genießt, die Gold- und die Silbermedaille aus Rio in Händen zu halten. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Isabell Werth aus Winterswick, die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten, ließ sich gestern von Rheinberger Schülern interviewen. Sie erzählte von den Olympischen Spielen in Brasilien und schrieb fleißig Autogramme. Von Uwe Plien

Ja, auch Isabell Werth ist schon mal vom Pferd gefallen. "Ganz oft sogar", wie die Reiterin gestern zugab. Zudem habe sie sich als Kind manches Mal geärgert, wenn sie ihrer Schwester beim Wettreiten unterlegen war.

Solche kleinen Misserfolge sind längst vergessen. Seit rund 25 Jahren fällt der Name Isabell Werth überwiegend in Zusammenhang mit Top-Erfolgen. Zehn olympische Medaillen, davon sechs goldene, sieben Weltmeister-, 14 Euopameistertitel und unzählige Deutsche Meisterschaften - die Winterswickerin ist die erfolgereichste Dressurreiterin aller Zeiten. Gestern nun besuchte die 47-Jährige die Europaschule, wo sie von rund 80 Schülerinnen und auch einigen Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis zehn begeistert empfangen wurde. Und das nach Schulschluss. "Die Schüler nehmen alle freiwillig an dieser Veranstaltung teil", unterstrich dann auch Direktor Norbert Giesen.

Die Schülervertretung hatte diesen besonderen Termin organisiert. Gerd Wichmann-Weyen, dessen Töchter selbst erfolgreich reiten, stellte den Kontakt her. Die SV-Lehrer Carina Kaldewey und Christian Dittmann arbeiteten kräftig mit. So gelang es, die berühmte Rheinbergerin in die Schule an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße zu holen. "Es freut uns riesig, dass Sie sich die Zeit nehmen, heute hier zu uns zu kommen", sagte Giesen.

Zunächst schauten sich die Schüler einen Film über Isabell Werths Gold-Ritt von Rio an. Fernsehreif und fachkundig kommentierte die Sportlerin jede Piaffe und jede Passage ihres Top-Pferdes Weihegold.

Anschließend berichtete sie über die Olympischen Spiele in der brasilianischen Metropole: über die Schwierigkeiten, die Pferde sicher mit dem Flieger dorthin zu bekommen, über die Sorge vor Anschlägen und die niederschmetternden Bilder der Armenviertel. "Aber insgesamt hatten wir zweieinhalb sehr schöne Wochen in Rio", so die Mutter eines kleinen Sohnes.

Kaum zu bremsen waren die Kinder, als die Fragerunde eröffnet wurde und Isabell Werth parallel dazu einige ihrer Medaillen herumreichte. Beeindruckt betasteten die jungen Fans die Gold- und Silber-Auszeichnungen und fotografierten sich damit.

Fragen über Fragen wurden gestellt. Sie reite seit ihrem siebten Lebensjahr, antwortete Isabell Werth einem Mädchen. "Wir hatten auf dem Hof meiner Eltern im Winterswicker Feld Kühe, Schweine, Hühner - und eben auch Pferde." "Funny" hieß ihr erstes Pony. Seit 13 Jahren führt sie nun diesen Hof als modernes Reitsportzentrum. 45 Pferde, 13 Mitarbeiter - "das ist schon ein richtiges Unternehmen", ließ sie die Kinder wissen. Besichtigungen seien dort nur im Ausnahmefall möglich, und Reitunterricht könne sie nicht geben, so die Juristin, die darauf hinwies, dass nur sehr wenige Leistungssportler nach ihrer aktiven Karriere in der Lage seien, von ihren Verdiensten zu leben. Umso wichtiger sei ein zweites Standbein. Ob denn "die Frau vom Thomas Müller" noch ab und an mit ihren Pferden zu ihr komme, wurde Werth gefragt: "Die Lisa ist ab und zu noch bei uns." Und Nationalspieler Thomas Müller ebenfalls. Einmal habe er bei McDonald's was zu essen gekauft, da sei richtig was los gewesen, als er erkannt worden sei. Isabell Werth: "Deshalb verraten wir es nicht, wenn er mal in Rheinberg ist." Am Ende gab es einen dicken Blumenstrauß für die Reiterin, die noch fleißig Autogramme schrieb.

Quelle: RP
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