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Alpen
Frauenhilfe für Kinder in Not - nicht stickum

Alpen. "Selbstverständlich benötigen Flüchtlinge und deren Kinder unsere Hilfe, aber dieser Aspekt darf nicht das Elend und die Not anderer Kinder überlagern" erklärt Bärbel Vetter, Leiterin der Evangelischen Frauenhilfe. Seit fünf Jahren richtet die Frauenhilfe im Pfarrheim das Erntedankfest mit Basar aus, um anderen zu helfen. Jetzt verkauften sie wieder bei Kaffee und Kuchen ihre Handarbeiten. Der Erlös geht je zur Hälfte an die Kindernothilfe Duisburg und an Kinder in Nepal. "Im April gab es dort eine Flutkatastrophe, danach mehrere Erdbeben. Die Nachrichtenagenturen berichten längst nicht mehr darüber, aber die Menschen, vor allem die Kinder, befinden sich immer noch in akuter Not", so Bärbel Vetter. Von Erwin Kohl

Die Resonanz in der Alpener Bevölkerung war schon im Vorfeld groß, viele spendeten Geld- und Sachpreise für die Tombola oder stifteten Kuchen. Mit über 120 Gästen war das Pfarrheim bis auf den letzten Platz besetzt. Begrüßt wurden die Besucher von Kindern der Evangelischen Kindertagesstätte mit einem Flötenspiel und Liedern.

Bis zum Vortrag plattdeutscher Dönekes durch Pfarrer Dr. Hartmut Becks bot sich ein Besuch beim Evangelischen Handarbeitskreis an. Von Hardanger-Stickereien über ausgefallene Häkeldecken bis zu Patchwork-Topflappen reichte die Angebotspalette. Die meisten Kunden aber hatten schon den kalten Winter im Hinterkopf. "Selbstgestrickte Socken gehen immer, die wärmen so schön", so Elfi Diebels.

Jeden zweiten Dienstag um 14.30 Uhr trifft sich der Handarbeitskreis. Mitmachen kann auch, wer noch nicht auf die richtige Masche gekommen ist. "Wir bringen Neulingen das Stricken bei", verspricht Elfi Diebels. Nebenan werden Kinderträume lebendig. Jutta Scherbaum bastelt in ihrer Freizeit Teddybären, die ebenso schön wie exklusiv sind. Da liegt Igel Freddy Stachel lächelnd im Liegestuhl, sitzt das Frühstücksbärchen wärmend auf dem Eierbecher oder steht die gestiefelte Karla als "Quotenfrau" frech in der Mitte. Allen gemein ist, dass sie für den guten Zweck den Besitzer wechseln.

Wer über den Tag hinaus helfen wollte, konnte sich am Stand der Kindernothilfe beraten lassen. "Für 31 Euro im Monat können sie eine Patenschaft übernehmen. Ihr Patenkind wird medizinisch versorgt, geht in den Kindergarten, besucht die Schule und bekommt eine Ausbildung. Für 15 Euro kann man Projekte wie den Bau eines Krankenhauses unterstützen", erläutert Andrea Lütkenhaus.

Pfarrer Dr. Hartmut Becks erklärt den Gästen derweil den plattdeutschen Begriff "stickum" anhand lokaler Begebenheiten. "Da wurden ganz stickum Bäume für den Supermarkt gefällt, dann werden Häuser ganz stickum eine Etage höher geplant, und bald ist Alpen ganz stickum eine Metropole mit U-Bahn und Shoppingmeile."

Quelle: RP
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