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Alpen
Judy Bailey singt wieder vor dem Papst

Alpen. Die Sängerin aus Menzelen-West tritt beim Weltjugendtreffen in Krakau auf und singt vor drei Millionen Menschen. Von Bernfried Paus

Judy Bailey ist Reisen gewöhnt. Schon mit zwei Jahren fuhr Judys Familie aus ihrem Geburtsort London mit dem Schiff zurück in die Heimat Barbados. Seitdem die studierte Psychologin als Musikerin arbeitet, reist sie zu vielen Orten und spielte schon in über 30 Ländern auf allen Kontinenten. Nun reisen die Sängerin aus Menzelen-West und ihre Band zu ihrem vierten Weltjugendtag. Diesmal nach Krakau in Polen. Das Ereignis findet dort vom 26. bis 31. Juli unter einem Leitwort aus der Bergpredigt statt: "Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden" (Matthäus 5,7).

"Das Besondere ist nicht die Größe oder die Masse, sondern der Moment und das Erlebnis, das die Anwesenden bei einem Lied teilen", sagt die Sängerin, die auch kleine Konzerte wie in einem Kinderhospiz oder einem Frauengefängnis schätzt. Trotzdem sind ihr auch die großen Momente unvergesslich. Zu denen zählen ihre Auftritte bei den katholischen "World Youth Days", den Weltjugendtagen, mit die größten Jugendereignisse der Welt.

Erstmals spielte Judy Bailey beim Weltjugendtag 2005 auf dem Marienfeld in Köln. Den ersten Auftritt hatte sie direkt vor der Kelly- Family, als die Pilger gerade noch auf den Platz strömten. Sie spielte, als das Feld mit etwa 400.000 Menschen gerade erst zur Hälfte gefüllt war. Es folgte die Einladung zum Weltjugendtag in Australien. Ihr Auftritt lag unmittelbar vor dem Vigil mit Papst Benedikt auf dem Randwick Racecourse in Sydney. "Man guckt sich in alle Richtungen um und sieht Menschen, Menschen, Menschen. Und wenn man gemeinsam singt und feiert, folgen die Echos aus den letzten Blöcken erst mit deutlichem Verzug. Es war eine einmalige Nacht Down Under", erinnert sie sich.

2013 war Judy Bailey zu Gast in Rio de Janeiro. Mit ihrer Band gab sie auf der weltberühmten Copacabana vor einer Million Menschen ein Konzert. Zwei Tage später sang sie hier während der Vigil mit Papst Franziskus ihr "Life goes on". Da standen drei Millionen Menschen am Strand. Patrick Depuhl, Judys Ehemann, hat die Bilder noch vor Augen: "Allein auf der Bühne mit der Größe eines mehrstöckigen Gebäudes. Hier hatten über 1000 Akteure und Ehrengäste Platz. Der Papst fuhr mit dem Papamobil und einem Fahrstuhl auf seinen Platz." Wer aber am Ende des Strandes in den hinteren Reihen stand, für den war die Bühne nur ein Fleck in weiter Ferne. Aber alle 100 Meter waren Leinwände aufgestellt. "Das Gemeinschaftsgefühl war unbeschreiblich", so Depuhl.

"Solche Reisen sind nur möglich wenn die Band mitzieht und wir Unterstützer wie das Bonifatiuswerk finden. Wir sind dankbar für Menschen und Organisationen, die so ungewöhnliche Auftritte überhaupt erst möglich machen", sagt Judy Bailey. Das Bonifatiuswerk wird von Monsignore Georg Austen geleitet, Generalsekretär des Kölner Weltjugendtages. Die beiden haben zuletzt auf dem Katholikentag in Leipzig zusammen gearbeitet.

Auf Krakau freut sich Judy Bailey ganz besonders. "Unser neues Album heißt ja One. Und One ist eine Einladung, zusammenzukommen - im Glück, in der Not und im festen Glauben daran, dass Gott größer ist als unsere Grenzen", sagt die Sängerin. Dieses Erlebnis wünsche sie allen Jugendlichen, die aus der ganzen Welt nach Krakau kommen. "Die Erfahrung, dass Glaube Lebensfreude, Hoffnung und Kraft schenken kann und uns so ermöglicht, anderen Menschen ein Segen zu werden", so Judy Bailey.

Ein Lied will sie in Krakau auf jeden Fall zu singen, sagt die Sängerin: "Hello Jesus" sei ein Song, der Spaß mache. "Die Botschaft passe sehr gut zur Idee, zum Leitwort und zum Spirit des Weltjugendtages: "You surprise me and amaze me, Jesus You are wonderful (...) Loving me enough to heal me and to save me from myself. Trusting me enough to send me out to shine for You."

Beim Jugendfestival tritt die siebenköpfige deutsch-englisch-karibische Band von Judy Bailey am Donnerstag im Zentrum Krakaus auf. Samstag spielt sie im Vorlauf zur Vigil mit Papst Franziskus auf dem Campus Misericordiae, dem Feld der Barmherzigkeit vor der Toren der Stadt. Hier werden drei Millionen Menschen erwartet.

Quelle: RP
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