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Rheinberg
Rasante Rollenwechsel mit scharfer Zunge

Rheinberg. Mit bissigem Wortwitz schlug sich Eva Eiselt im Schwarzen Adler durch das schnelllebige Leben des 21. Jahrhunderts. Dabei brillierte die Kabarettistin durch ihren ständigen Rollenwechsel. Ob als schwäbelnde Sekretärin, rheinische Ordnungshüterin oder nur in Anglizismen sprechende Computerfachfrau, die Kabarettistin schoss in jeder Rolle scharf. Von Sassan Dastkutah

In ihrem Programm "Neurosen und andere Blumen" zeigte die Künstlerin eine unglaubliche Wandlungsfähigkeit. Als niederrheinische Ordnungshüterin klärte sie erst mal ab, ob das Publikum auch den entsprechenden Intelligenzquotienten für ihr Kabarettprogramm habe. Der müsse über 80 liegen, sonst müsse das Publikum nach Hause und RTL schauen.

Mit der entsprechenden Handy-App berechnete sie den IQ. Das Publikum bestand übrigens den Test. Weiter ging in Eva Eiselts kunterbuntem Kabarettkarussell der Verwandlung. Sie zeigte mehr als Kabarett, nahm die Wirrungen des Lebens ordentlich aufs Korn.

Der Abend im Adler war kein Soloprogramm, sondern ein Gemeinschaftsprojekt. Denn das Publikum durfte ordentlich mitmachen, wurde sogar öfter mal zur Zielscheibe. So machte sie nach der Pause die Betrachter zu Betrachteten.

Aus ihrem Blickwinkel beschrieb Eva Eiselt, was sie von der Bühne aus sah und machte sich liebevoll über ihre Gäste lustig. Sie habe sich ein anspruchsvolleres Publikum gewünscht, sagte sie ungeniert. Die Leute verziehen es ihr. Die herzliche Art, wie sie die Zuschauer mit einbezog, kam bestes an. Mit Applaus, Lachen und launigen Bemerkungen aus den Zuschauerreihen zeigten sie der Kabarettistin, dass ihr messerscharfer Wortwitz ankam. Eiselt nahm nicht mal eben nur ein paar Politiker oder die Wirtschaft, Beispiel VW-Skandal, aufs Korn, sondern irgendwie die ganze Welt.

Dass die deutsche Sprache den Anglizismen weiche, machte sie in ihrer Rolle als Computerfachfrau klar. "Ich zeige ihnen eine Weltneuheit: zum Sehen, zum Touchen, zum Usen. Ein echtes Upgrade." Sie pries ein "Realbook" an. Mit dem echten Buch kehrte sie der Computerwelt den Rücken und eine satirische Absage ans Computerzeitalter. Charmant, witzig, bissig und unglaublich facettenreich führte sie die Besucher durch einen schönen Abend, der das Leben skizzierte, in dem sich man sich leicht wiedererkennen konnte.

Quelle: RP
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