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Rommerskirchen
Gemeinde erwägt Partnerschaft mit Kuba

Rommerskirchen: Gemeinde erwägt Partnerschaft mit Kuba
Kubas zweithöchste Diplomatin Anette Chao Garcia (2.v.l.) mit Ehemann Enrique Cabrera Fernandez (l.), Bürgermeister Martin Mertens und Stephanie Remus. FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Rommerskirchen. Eine dauerhafte Verbindung mit einer kubanischen Gemeinde ist durchaus denkbar; es würde allerdings noch einige Jahre dauern, bis sie besiegelt wäre. Beim ersten "Kubanischen Abend" war Konsulin Anette Chao Garcia zu Gast. Von Sebastian Meurer

Schon bald, nachdem Anette Chao Garcia, Leiterin der Bonner Außenstelle der kubanischen Botschaft, Anfang November 2015 erstmals im Rathaus war, stand fest, dass es nicht ihr letzter Besuch sein würde. Beim ersten "Kubanischen Abend" war die Konsulin protokollarisch der ranghöchste Gast, den Bürgermeister Martin Mertens im Ratssaal begrüßen konnte. Die Gemeinde will nach Mertens' Worten versuchen, "freundschaftliche Bande nach Kuba zu knüpfen". Wesentliche Vorarbeit hierfür wie auch für den Besuch der kubanischen Diplomatin leistete der am Deelener Rosenweg gegründete und dort auch beheimatete Verein "Soli Cuba", der sich der humanitären Hilfe für die Karibikinsel widmet. "Wir feiern 2016 unser 20-jähriges Bestehen", erzählt Stephanie Remus, seit Anfang 2015 an der Spitze des von Petra Grübel gegründeten, heute 27 Mitglieder zählenden Vereins. In Deelen war übrigens vor einigen Jahren schon einmal die Tochter Che Guevaras zu Gast - dessen Porträt jetzt sinnigerweise in der Galerie der Rommerskirchener Bürgermeister zu sehen war.

Durchaus ernsthaft im Gespräch zwischen Martin Mertens und Anette Chao Garcia ist eine Gemeindepartnerschaft zwischen Rommerskirchen und einer Gemeinde auf Kuba. Erst verdutzt und etwas ratlos und dann begeistert, sei sie von dem offensichtlich ernst zu nehmenden Interesse der Gemeinde gewesen, so die Diplomatin. Käme es tatsächlich zu einer Art institutionalisierter Kooperation, wäre Rommerskirchen Vorreiter - und zwar nicht allein im Rheinland: In der Bundesrepublik wäre es die erste derartige Partnerschaft überhaupt, die mit Kuba zustande käme. Was für den Bürgermeister theoretisch denkbar wäre, würde jedoch Stephanie Remus zufolge realistischerweise "ein paar Jährchen dauern". Wie die Lateinamerikanistik-Studentin sagt, gibt es solche Partnerschaften mit Kuba bislang vor allem in Spanien und der Türkei. Bereits auf Kuba vertreten ist die in Rommerskirchen ansässige Firma Kores. Das Unternehmen stellt Schreibwaren her, ist weltweit aktiv und unterhält inzwischen auf Kuba eine Niederlassung. Als ungemein aufschlussreich empfanden die Gäste den Vortrag des Autoren Volker Hermsdorf, der auf Kuba ebenso zuhause ist wie in Hamburg, Mit der kubanischen Revolution von 1959 habe das Land erstmals seit der Entdeckung durch Kolumbus Selbständigkeit gewonnen, lautete seine pointierte These. Unabhängig von politischen und sozialen Systemen zeichneten sich die Kubaner durch Freiheitsdrang und Lebensfreude aus. Letztere kam gleichfalls nicht zu kurz: Für die deutschen Besucher des kubanischen Abends stand ein Salsa-Crashkurs auf dem Programm. Um sich halbwegs problemlos aufs Parkett begeben zu können, sind mindestens drei Monate Training nötig, weiß Stephanie Remus. Dass für Neulinge auch dann noch einiges zu tun bliebe, zeigten Anette Chao Garcia und ihr Mann bei einem ebenso kurzen wie überzeugenden Intermezzo auf der Tanzfläche.

Quelle: NGZ
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