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Rommerskirchen
Happy End für Waisen-Küken Taylor

Rommerskirchen: Happy End für Waisen-Küken Taylor
Sabine Sander (l.) und Leonie Schiffer schlossen Freundschaft mit dem verlassenen Nilgans-Küken, das sie auf den Namen Taylor tauften. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Zwei Freundinnen haben einem verlassenen Nilgans-Baby das Leben gerettet - und sich auch gleich um ein neues Zuhause für ihren Schützling gekümmert. Der lebt künftig in Zons und soll später möglichst ausgewildert werden. Von Stefan Schneider

Wer gestern Nachmittag mit Leonie Schiffer in Ramrath telefonierte, konnte im Hintergrund deutlich ein aufgeregtes Piepsen vernehmen. Taylor meldete sich zu Wort - geräuschvoller Beleg, dass er sich gut eingelebt hat bei Schiffer in Ramrath. Deren Wohnung freilich war nur ein Übergangsheim für das lebhafte Nilgans-Küken, das von Schiffers Freundin Sabine Sander in der Nähe des Reitstalls Schleifer in Gohr-Broich entdeckt worden war - mutterseelenallein und gerade dabei, die viel befahrene Bundesstraße 477 zu überqueren. Denn nach vielen Recherchen, Telefonaten und Interneteinträgen kam das kleine Lebewesen gestern Abend schließlich bei fachkundiger Betreuung in Zons unter.

Aber der Reihe nach: Nachdem Sabine Sander das Küken zunächst zum Reitstall gebracht hatte, in der - vergeblichen - Hoffnung, jemanden zu finden, der sich mit solchen Tierchen auskennt, landete der Findling bei Leonie Schiffer. "Mein Schwiegervater hält Geflügel, aber er konnte das Küken letztendlich auch nicht aufnehmen. Es hätte wohl unter den anderen Tieren nicht überlebt", erklärte Leonie Schiffer. Also quartierte sie "Taylor", wie sie ihren Schützling in Anlehnung an den Aufdruck auf dem Schuhkarton, in dem er transportiert worden war, genannt hatte, zunächst einmal bei sich zu Hause in Ramrath ein. "In einem alten Hamsterkäfig, den hatten wir noch im Keller", erzählte Leonie Schiffer schmunzelnd.

Dann machte sie sich auf die Suche nach einem Küken-Experten bzw. nach einer dauerhaften Bleibe für den jungen Vogel, den sie zunächst für ganz gewöhnlichen Entennachwuchs gehalten hatte. Zunächst waren alle Anstrengungen vergeblich. Das "Schneckenhaus" in Grevenbroich durfte Taylor nicht aufnehmen, im Tierheim in Oekoven war niemand da, der über die nötige Geflügelkenntnis verfügte, die Wildtieraufnahmestation in Nievenheim ist wegen Erkrankung des Betreibers seit längerer Zeit geschlossen. Über die sozialen Medien stieß Leonie Schiffer schließlich auf den Namen von Anita Rose-Schrills. Die Zonserin wurde ihr als fachkundig empfohlen.

Die Kontaktaufnahme klappte, und Rose-Schrills erklärte sich bereit, Taylor unter ihre Fittiche zu nehmen. "Sie will auch versuchen, ihn später auszuwildern", berichtete Schiffer im Gespräch mit unserer Redaktion. Zuvor hatte sie ihrer Ansprechpartnerin ein Foto ihres Schützlings geschickt und von Rose-Schrills daraufhin die Auskunft bekommen, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Ente, sondern wahrscheinlich um eine kleine Nilgans handele.

Rose-Schrills setzt sich schon seit Jahren ehrenamtlich für Tiere in Not ein. Für Leonie Schiffer und Sabine Sander hatte sie gleich einen Ernährungstipp für Taylor parat: einen Apfel kleinschreddern und anbieten - oder auch klein geschnittenen Salat. Die Haferflocken, mit denen Schiffer das Küken anfangs gefüttert hatte, sind ihm aber offenbar auch gut bekommen.

Quelle: NGZ
 
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