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Rommerskirchen
"Rokis Helfende Hände" packen an

Rommerskirchen: "Rokis Helfende Hände" packen an
Thomas Gulentz, Sprecher von "Rokis Helfende Hände", und Heike Hendrich, die Vorsitzende der Rommerskirchener Tafel, arbeiten seit einigen Wochen zusammen. Die Tafel-Chefin spricht von "einer Riesenerleichterung". FOTO: G. Salzburg
Rommerskirchen. Erst wenige Wochen alt, zeigt die neue Gruppe um Thomas Gulentz bei der Hilfe zugunsten von Flüchtlingen auch, was die Mitglieder organisatorisch drauf haben. Besonders freut sich darüber die Rommerskirchener Tafel-Chefin. Von Sebastian Meurer

Kunden der Rommerskirchener Tafel waren ebenso eingeladen, wie die in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge. Die Resonanz blieb in der Gillbachschule am Nettesheimer Weg nicht aus: Über mehr als 100 Gäste konnten sich jetzt die Tafel und "Rokis Helfende Hände" ebenso freuen wie die UWG, die die Pausenhalle für einen "Frühstücksbasar" gemietet hatte und deren Mitglieder gleichfalls kräftig mit anpackten. "Uns wird die Arbeit durch die ,Helfenden Hände' unglaublich erleichtert", sagt die Tafel-Vorsitzende Heike Hendrich angesichts der unverhofften Unterstützung.

Seit gut einem Monat währt die Zusammenarbeit mit der Truppe um Thomas Gulentz inzwischen, die ungeachtet der Namensähnlichkeit nicht mit einer im Sommer gegründeten Gruppe des Netzwerks 55 plus identisch ist. 142 Haushalte gibt es inzwischen, die bei der Tafel Lebensmittel beziehen. Heike Hendrich zufolge sind dies gut 250 Rommerskirchener. Hinzu kommen die in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge. Ein Rundschreiben des Bundesverbands habe kürzlich noch einmal klar gestellt, dass die Tafeln für alle Bedürftigen da seien, betont Heike Hendrich.

Begonnen hatte alles damit, dass die Rommerskirchener Ärztin Zeineb Haber Thomas Gulentz um Hilfe bei der Verteilung von Spenden für Flüchtlinge bat, die sich bei ihr angesammelt hatten. Gulentz und seine schnell gefundenen Mitstreiter ließen es sich nicht zwei Mal sagen und erledigten die Sache überaus effizient. "Das Kernteam sind etwa zwölf Leute", sagt Gulentz, der seit knapp einem Jahrzehnt das "Rommerskirchen-Portal" im Internet betreibt. Dabei handele es sich um einen "bunt zusammengewürfelten Haufen von Bürgern", die sich für Hilfsbedürftige engagieren wollten, sagt Thomas Gulentz. Damit sind keineswegs ausschließlich Flüchtlinge gemeint, wenngleich die aktuell zwangsläufig im Vordergrund stehen. In nur wenigen Wochen hat das Team eine regelrechte Infrastruktur schaffen können, die ein wirksames Engagement ermöglicht. "Wenn ein Flüchtling einen Arzt braucht, machen wir kurzfristig einen Termin und bringen ihn auch hin, so etwa zum Augenarzt nach Pulheim", nennt Gulentz nur ein Beispiel. "Rokis Helfenden Händen" geht es nach seinen Worten letztlich "um Alltagshilfe".

In der Alten Schule in Sinsteden gibt es jeden Donnerstag von 17 bis 18.45 Uhr eine Sprechstunde für Flüchtlinge. Deutschunterricht ist bei den Ehrenamtlern ebenso im Angebot wie gemeinsames Kochen oder Bastelstunden für Kinder.

Auch in Sachen Mobilität sind die "Helfenden Hände" einfallsreich, etwa mit der "Fahrradkette". Die Helfer stellen einen Bedarfsschein aus, mit denen der Flüchtling dann bei der Tafel vorstellig werden kann, die seine Daten erfasst. Ist alles in Ordnung, kommt auch die von Norbert Wrobel geleitete Radstation des Allgemeinen Fahrradclubs ins Spiel - soweit sie über herrenlose Räder verfügt, für die die Nachfrage momentan sehr groß ist. Von den "Helfenden Händen" dringend gesucht werden momentan je fünf Herren-, Damen- und Teenager-Räder sowie Fahrradhelme.

Quelle: NGZ
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