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Solingen
Jobcenter nah dran am Kunden

Solingen: Jobcenter nah dran am Kunden
Mike Häusgen (l.) und Johannes Ploch stellten den Eingliederungsbericht 2016 vor. FOTO: Kempner
Solingen. Die städtische Einrichtung betreut derzeit weit über 8100 Bedarfsgemeinschaften. Bei der Vermittlung in den Arbeitsmarkt werden gute Werte erzielt. Von Uwe Vetter

Nach der Abkapselung von der Agentur für Arbeit im Januar 2012 ist das Jobcenter jetzt seit mehr als fünf Jahren allein in städtischer Regie unterwegs. Und zieht eine positive Bilanz: "Wir sind näher am Markt, wir können gegenüber früher viel zielgerichteter fördern", sagt Mike Häusgen. Der Leiter der kommunalen Einrichtung legte gestern zusammen mit Johannes Ploch vom Maßnahmenmanagement des Jobcenters den Eingliederungsbericht 2016 vor - gegen Abend auch im Sozialausschuss. "Wir stellen uns den Herausforderungen", erklärt Ploch.

Wert gelegt wird vom städtischen Jobcenter darauf, dass die Kunden dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt unterkommen. Das gelang vergangenes Jahr in 54 Prozent (2123 Vermittlungen) der Fälle. "Die langfristige Integration hilft den Menschen besser weiter, als wenn sie ein- oder zweimal im Jahr in prekäre Jobs vermittelt würden", sagen Häusgen und Ploch.

Im Bereich Markt und Integration verzeichneten die Mitarbeiter des Jobcenters im vergangenen Jahr über 50.000 Beratungskontakte. "Bei der Vermittlung haben wir NRW-weit einen Topwert erzielt", freut sich Johannes Ploch.

Profitieren kann das Jobcenter hier auch vom gut laufenden Arbeitsmarkt. "Der gibt viel her, das kommt auch unseren Kunden zugute", erklärt Johannes Ploch. Allerdings, so der Sachgebietsleiter Maßnahmenmanagement, "ist der Arbeitsmarkt auch anspruchsvoller geworden", von daher sind Qualifizierung und Weiterbildung der Jobcenter-Kunden enorm wichtig.

Immerhin betreut das Jobcenter bei rund 8134 sogenannten Bedarfsgemeinschaften am Ende des Jahres 2016 über rund 11.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Personen also, die in Arbeit vermittelt werden können, sofern Jobs für sie gefunden werden. Gut neun Millionen Euro investiert das Jobcenter in Maßnahmen in den Arbeitsmarkt.

Als besonders gut gelungene Projekte bezeichneten Häusgen und Ploch beispielsweise die Maßnahme, bei der 44 Jugendliche unter 25 Jahren in überbetrieblicher Ausbildung untergebracht und gefördert werden konnten. Über ein Projekt des Europäischen Sozialfonds konnten mehr als 100 Langzeitarbeitslose gefördert werden.

Immerhin 6000 Langzeitarbeitslose, die bereits länger als vier Jahre in Bezug sind, gehören zum Kundenstamm des Jobcenters. Unter den 8134 Bedarfsgemeinschaften sind auch 459 Bedarfsgemeinschaften von Flüchtlingen. Diese Zahl ist derzeit auf über 700 gestiegen - dahinter stehen 1900 Menschen. "Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit Flüchtlingen wird bis zum Jahresende weiter steigen, wenn Flüchtlinge anerkannt und danach von uns betreut werden", sagt Mike Häusgen.

Neben Qualifizierung und Weiterbildung ist beim kommunalen Jobcenter auch das Wohnungscoaching eine wichtige Säule. "Hier wird Betroffenen bei der Wohnungssuche geholfen oder aber dafür gesorgt, dass sie in ihrer bisherigen Wohnung bleiben können", sagen Johannes Ploch und Mike Häusgen. Mit Blick auf eine Arbeitsstelle sei gerade die eigene Wohnung eine wichtige Voraussetzung - "vor allen Dingen bezahlbarer Wohnraum". Denn für Mietkosten gibt das Jobcenter eine große Menge Geld im Jahr aus. "Über 40 Millionen Euro erreicht der Betrag der Kosten für die Unterkunft unserer Kunden", sagt Mike Häusgen.

Damit sei das kommunale Jobcenter mit der größte Mieter auf dem Solinger Wohnungsmarkt. Der Haushalt des Jobcenters hat insgesamt ein Volumen von rund 120 Millionen Euro, beschäftigt werden 230 Mitarbeiter. "Im Bereich Rehabilitation werden wir uns noch verstärken müssen", kündigt Mike Häusgen an.

Quelle: RP
 
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