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Lokalsport
Erfahrene Volleys schlagen jungen Gegner

Solingen. Die TSG Volleys bleiben in der 2. Bundesliga-Nord ungeschlagen. Souverän gewinnen die Solinger gegen VI Frankfurt in drei Sätzen. Von Thomas Rademacher

Mit 0:4 liegen die TSG Volleys im dritten Satz hinten. Eine ungewöhnliche Situation, zumal die Solinger in den ersten beiden Durchgängen fast durchgängig geführt haben. Schickt sich das Volleyball-Internat (VI) Frankfurt tatsächlich an, zurück in diese Zweitliga-Partie zu finden ?

Nach dem Punktgewinn zum 1:4 bekommt Oliver Gies den Ball zum Aufschlag. Der Außenangreifer befördert die Kugel druckvoll ins Spiel und bringt die junge Frankfurter Mannschaft damit in Verlegenheit. Ein paar Mal punktet Gies direkt mit seinem Service. In anderen Fällen stellen die Solinger einen fulminanten Block, der den Gästen den Wind aus den Segeln nimmt. Zehn Punkte in Folge machen die Klingenstädter und sorgen damit für die Vorentscheidung. Das Polster des 10:4-Vorsprungs geben die Hausherren nicht mehr aus der Hand. Sie gewinnen den Satz mit 25:17 und damit das Match 3:0.

"Ich habe meinen Aufschlag während des Spiels ein bisschen umgestellt, um die Schnittstellen besser zu treffen", sagte Oliver Gies. "Bei den Frankfurtern war zu merken, dass sie sich manchmal nicht darüber im Klaren waren, wer die Verantwortung in der Annahme übernehmen sollte." Das ist dem Co-Trainer der Volleys bei der Zehn-Punkte-Rallye so gut gelungen wie keinem anderen Solinger. Grundsätzlich gelang es der Mannschaft aber hervorragend, über den Aufschlag Druck zu entfachen. "Das war auch unser Ziel, weil es gegen junge Mannschaften immer ein gutes Mittel ist", erläuterte der Außenangreifer. "In der Ausbildung auf den Volleyball-Internaten ist es inzwischen so, dass bei Annahmen grundsätzlich gepritscht werden soll. Das konnten wir uns natürlich zunutze machen."

Sogar Trainer Bernd Werscheck empfahl den Gästen im abschließenden Interview, dass sie manchmal auch baggern sollten. "Nur Pritschen geht nicht." In jedem Fall war diese Schwäche ein großer Vorteil für die Solinger. "Weil Frankfurt das Baggern natürlich viel weniger trainiert. Wie soll es dann im Spiel funktionieren?", fragte sich Gies. Die Antwort konnten die Gäste zu keinem Zeitpunkt der Partie geben. Gerade der erste Satz verlief zwar recht ausgeglichen, doch in der Schlussphase übernahmen die Gastgeber mit vier Punkten in Folge die Kontrolle und gewannen 25:21. "Es war die ganze Zeit spürbar, dass von dem jungen Gegner nicht mehr viel kam, sobald wir ein paar PS mehr drauf gepackt haben", meinte Gies.

So bot auch der zweite Durchgang keine große Dramatik. Daniel Wernitz, Benny Nibbrig, Alexander Walkenhorst und Gies waren mit ihren Angriffsschlägen über weite Strecken erfolgreich. Die spektakulärste Aktion der Partie zeigte Svante Renzelmann. Der Außenangreifer rettete eine verunglückte Annahme erfolgreich mit dem Fuß. Zu selten bejubelten die Gäste erfolgreiche Blocks. Meistens blieben die Solinger Sieger und sicherten sich damit ihren sechsten Saisonsieg in ebenso vielen Spielen. Mit 17 Punkten führt die Truppe die 2. Bundesliga-Nord souverän an. VI Frankfurt wurde sogar auf den letzten Platz verbannt. "Jetzt wollen wir so lange wie möglich oben bleiben", stellte Werscheck klar.

Die 40 eingeladenen Flüchtlinge hatten offensichtlich Spaß an dem Volleyballspiel. Während der Pause zwischen dem zweiten und dritten Satz hießen TSG-Vorsitzender Helmut Weissenbach und Sportbund-Chef Hartmut Lemmer die neuen Bürger willkommen. Später gab es ein gemeinsames Foto mit der Mannschaft, und sogar Geschenke verteilten die Volleys im Anschluss an den überzeugenden Sieg.

Quelle: RP
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