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Judo
Judo ist wertvoll für das ganze Leben

Judo: Judo ist wertvoll für das ganze Leben
Gemeinsam stolz: BFC-Judoka Ben Decker, Trainer Dirk Mähler, BFC-Judoka Philip Mähler und PSVg-Abteilungsleiter Karsten Labahn (von links). FOTO: Martin Kempner
Solingen. Höflichkeit, Respekt und Mut - diese Werte vermitteln die Klubs unter anderem ihren Schützlingen. Von Georg Amend

Ben Decker und Philip Mähler strahlen um die Wette. Immerhin ist es für beide Judoka das erste Mal, dass sie innerhalb der Stadtmeisterschaften, die der PSVg Jahn in der Sporthalle Börkhaus-Siebels, ausrichtete, als erfolgreichste Athleten ihrer Sportart in der Region geehrt werden. "Die Mindestanforderung dafür ist eine Medaille bei den Westdeutschen Meisterschaften", erklärt PSVg-Abteilungsleiter Karsten Labahn, der die Ehrung auch als Fachbereichsleiter des Solinger Sportbundes vornahm. "Wir hätten gerne auch Mädchen und Frauen so geehrt, aber da hat leider keine diese Mindestanforderung erfüllt."

Decker und Mähler dagegen schon. Letzterer holte sich bei den Westdeutschen in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm die Bronzemedaille. Decker sicherte sich in der Klasse bis 43 Kilogramm Silber in der Altersklasse der Unter-18-Jährigen - als 15-Jähriger. Dass er dabei auch gegen ältere Kämpfer antrat, störte den Blondschopf nicht: "Beim Judo kommt es auf Schnelligkeit und Stärke an", erklärt der Neuntklässler des August-Dicke-Gymnasiums, der "Ausdauer und Schnelligkeit" als persönliche Stärken angibt. Seine erste Medaille bei Westdeutschen Titelkämpfen verdankt er seinem Fleiß mit vier Trainingseinheiten pro Woche und seiner Schwester Lotte: "Die hatte mit dem Judo angefangen, so bin ich dazu gekommen. Es hat viel Spaß gemacht", erinnert sich Ben Decker, der diesen Sport betreibt, seit er sechs Jahre alt ist.

Noch früher hat Philip Mähler mit dem Judo angefangen - Vater Dirk sei dank. Der ehemalige Nationalmannschaftskämpfer nahm seinen Filius bereits im Alter von drei Jahren mit in die Halle. "Krabbeljudo", nennt Philip Mähler das heute mit einem Grinsen. "Ich war direkt auf der Matte dabei und bin auf der Matte geblieben. Ich habe zwar auch Fußball, Handball und Leichtathletik ausprobiert, aber mein Sport war immer Judo", ergänzt der 25-Jährige, der Sportwissenschaften an der Sporthochschule Köln sowie Germanistik und Geschichte auf Lehramt in Wuppertal studiert.

Bei den Stadtmeisterschaften ist Philip Mähler auch als Trainer im Einsatz. "Damit habe ich beim BFC und beim Remscheider Turnverein auch schon früh angefangen. Zu den Kindern gibt es eine starke Verbindung, weil man weiß, was auf der Matte passiert. Man muss beachten, dass es Kinder sind. Man darf sie nicht verheizen, sondern muss darauf achten, dass sie auch etwas fürs Leben mitnehmen."

Was das genau ist, beschreibt Philip Mähler so: "Zum Beispiel die Judowerte, die wir versuchen, im Training zu vermitteln. Höflichkeit, Respekt und Mut. Die Kinder gehen allein auf die Matte und treten gegen einen Gegner an - das muss man erstmal machen, dazu gehört Mut. Bei der Leichtathletik wirft man eine Kugel - die tut einem nicht weh. Und beim Fußball hat man noch zehn andere um sich, die einem helfen können. Beim Judo verliert man alleine. Damit muss man umgehen können, nach Niederlagen immer wieder aufstehen. Das hat mir persönlich viel gebracht." Der Träger des zweiten Dan (2. Schwarzgut) weiß nicht, wie weit er es in seinem Sport noch bringen kann, er betont aber: "Judo kann man bis ins hohe Alter machen. Das ist als Wertesystem und für den ganzen Körper super für Menschen jeden Alters." Das bestätigte nicht zuletzt die hohe Zahl von rund 170 Nennungen für die Stadtmeisterschaften der U 9- bis U 18-Jährigen, die im Hintergrund auf den Matten wirbelten.

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Quelle: RP
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