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Lokalsport
Kleine Baseballer mit großen Würfen

Lokalsport: Kleine Baseballer mit großen Würfen
Caden beim Wurf: Der Elfjährige ist aus Florida angereist. FOTO: Kempner
Solingen. 28 Kinder besuchten das Camp der Alligators - unter ihnen Caden, der die weiteste Anreise hatte: aus Florida. Von Georg Amend

Caden wirft den Baseball zu seinem Gegenüber, er landet genau in der Fanghand. Und der Elfjährige hat selbst auch beim Rückwurf keine Probleme, das Spielgerät zu schnappen. Kein Wunder, denn der Blondschopf kommt aus dem Mutterland des Baseballs: Er ist der einzige US-Amerikaner beim Jugend-Camp, das die Solingen Alligators in dieser Woche ausgerichtet haben.

"Wir sind jedes Jahr hier, um meine Cousins zu sehen", berichtet Caden, der derzeit mit seiner Familie für drei Wochen seine Großmutter in Düsseldorf besucht, in nahezu akzentfreiem Deutsch. "Ich war auf der deutschen Schule in Florida", erklärt der Junge, seine Sprachbegabung, die er auch seiner deutschstämmigen Mutter verdankt. Zwar ist er das erste Mal im Camp der Alligators, auf das er über die Werbung des Klubs im Internet stieß, doch Baseball ist für ihn keine neue Sportart: "Ich bin seit 2012 im Verein, bei den Weston Rattlers in Florida."

In der Klingenstadt konnte er sich nun vom Leistungsniveau in Deutschland ein Bild machen: "Es macht Spaß hier. Es ist cool zu sehen, wie die Deutschen spielen. In Florida können sie bestimmt ein bisschen mehr, aber auch hier gibt es einige, die schlagen und werfen können." Jack hört da genau zu: Der Siebenjährige aus Solingen ist das erste Mal beim Camp der Alligators dabei, berichtet aber stolz: "Ich spiele auch. Ich habe im Urlaub in Frankreich mit meinem Vater Bälle am Strand geworfen."

Insgesamt waren in dieser Woche 28 Kinder beim Baseballcamp dabei. "Das ist ein bisschen weniger als in den Jahren zuvor", weiß der Vorsitzende Christian Fried, der aber zwei positive Aspekte findet: "Gut zwei Drittel der Kinder sind Nichtmitglieder, das macht uns froh. Und anders als in anderen Jahren, wenn einige nach dem ersten Tag gesagt haben: ,Baseball ist doch nichts für mich', sind diesmal alle vom ersten Tag an konstant dabei."

Wie eigentlich alle Vereine haben auch die Alligators, die immerhin in allen drei Altersklassen Teams in den höchsten NRW-Ligen stellen und eine Jugendabteilung mit rund 45 Kindern stellen, die gleichen Probleme im Nachwuchsbereich: "Ganztag und veränderter Schulbetrieb", fasst Fried zusammen. Umso wichtiger sind für den Klub das jährliche Camp und die Grundschul-Stadtliga. "Wenn da zwei oder drei Kinder von bei uns bleiben, ist das gut", erklärt der Vorsitzende.

Die Trainer beim Camp - Tanner Leighton, Chris Mezger, Johannes Weidemann und Oskar Matzpreiksch - kommen alle aus der ersten Mannschaft, dem Bundesliga-Team. Sie vermittelten vor allem die Grundlagen, Schlagen, Fangen und Laufen. Die hatten Jungs wie Caden schon sichtlich drauf.

Quelle: RP
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