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Volleyball
TSG Volleys mit den besseren Nerven

Solingen. 550 Zuschauer in der Wittkulle erleben beim Solinger 3:2-Sieg eine Partie voller Dramatik, Spannung und Leidenschaft. Von Sonja Bick

Als Dirk Pietzonka den Ball um 18.49 Uhr auf den Hallenboden knallte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Im Kreis hüpfend feierten die Spieler der Solingen Volleys den Sieg im Spitzenspiel, dem sie seit Wochen entgegengefiebert hatten. Mit 3:2 (27:25, 25:22, 22:25, 23:25, 15:12) besiegte der Zweitligist seinen ärgsten Verfolger im Kampf um den Aufstieg in die Erste Bundesliga und ist damit dem Traum vom Meistertitel einen großen Schritt näher gekommen.

Wie im Hinspiel musste die Mannschaft von Headcoach Bernd Werscheck gegen den VC Bitterfeld-Wolfen allerdings über die volle Distanz gehen und gewann erst im Tiebreak. Dass es dafür nur zwei statt drei Punkten gab, ärgerte im Anschluss niemanden im Solinger Lager. "Ich bin total froh, dass wir gewonnen haben, denn es war ein heiß umkämpftes Match", sagte Werscheck. "Wir haben zwar viele eigene Fehler gemacht, dennoch war es eine super Leistung und ich bin stolz auf mein Team."

Volleys gewinnen Zweitliga-Topspiel

Von Beginn an war es ein Spitzenspiel, das seinen Namen wirklich verdient hatte. Kein Abtasten, kein Zögern: Vor 550 Zuschauern gaben beide Mannschaften direkt Vollgas. Benny Nibbrig, Oliver Gies und Daniel Wernitz sorgten über außen für Punkte, in der Mitte waren Toni Mester und Pietzonka mal mit Kraft, mal mit Köpfchen erfolgreich. Lennart Bevers und Wernitz kämpfen in der Abwehr mit vollem Körpereinsatz um jeden Ball, Mester und Tom-Julius Werscheck punkteten per Block. Über 11:13 zogen die Gastgeber auf 23:20 davon, um es dann aber nochmal spannend zu machen. Doch nach einem abgewehrten Satzball hieß es 27:25.

Gleich zu Beginn des zweiten Satzes, beim Stand von 5:4, gab es allerdings eine unschöne Szene. Bitterfelds Robin Gietzelt landete nach einem Block so ungünstig, dass selbst der Laie erkennen konnte, dass er sich eine schwere Fußverletzung zugezogen hatte. Ein Krankenwagen wurde gerufen. Banden schützen den Spieler, der eine Infusion bekam, vor neugierigen Blicken. Begleitet von tosendem Applaus wurde er anschließend vom Feld gefahren. Nach 35 Minuten ging die Partie mit deutlich gedämpfter Stimmung weiter. Vor allem starke Wernitz-Aufschläge sorgten aber dafür, dass die Volleys ihre Satzführung auf 2:0 ausbauten. Dann allerdings wollte bei den Hausherren nicht mehr viel zusammenlaufen. Zu viele Aufschlagfehler schlichen sich ein, zudem Ungenauigkeiten in der Annahme und Flüchtigkeitsfehler im Angriff. Zudem stand der gegnerische Block oft goldrichtig. Über 11:18 und 16:20 ging der Satz an die Gäste, bei denen der erst 17-jährige Maximilian Schmidt für den verletzten Gietzelt mittlerweile hervorragend Regie führte.

Benny Nibbrig lieferte einige wichtige Punkte, machte aber - wie das gesamte Team der Volleys - auch einige Fehler. FOTO: Martin Kempner

Im vierten Abschnitt liefen die Volleys ebenfalls lange einem Rückstand hinterher. Was erschwerend hinzukam: Tom-Julius Werscheck kommentierte eine Entscheidung des Schiedsrichters - nett formuliert - zu unfreundlich, und sah die Rote Karte. Das bedeutet im Volleyball, dass der Gegner einen Punkt bekommt. Ohnehin haderte der Zuspieler, der den verletzten Huib den Boer vertrat, hin und wieder mit den Unparteiischen, die ihm einige technische Fehler ankreideten. Als der 22-Jährige sein Team nach einem zwischenzeitlichen 17:21 mit einem Ass auf 20:21 herangebracht hatte und die Volleys sogar mit 22:21 in Führung gingen, glaubten viele in der Halle an den Sieg. Doch der Satz ging verloren, und so musste der Tiebreak entscheiden, der spannender kaum hätte sein können und in dem Pietzonka für den viel umjubelten Schlusspunkt sorgte.

Volleys: Bevers - den Boer, Gies, Wernitz, Stark, Mester, Pietzonka, Nibbrig, Werscheck, Ströbl, Güßgen, Renzelmann, Gosmann.

Quelle: RP
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