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Tassilo Mesenhöller
"Wir versorgen mehr als 500 Menschen"

Tassilo Mesenhöller: "Wir versorgen mehr als 500 Menschen"
Wächst zusehens: Am Donnerstag steht das Richtfest des neuen Wohnprojekts Goudahof in Höhscheid auf dem Programm. FOTO: M. kempner
Solingen. Der Geschäftsführer des Hauspflegevereins feiert das Richtfest des "Goudahofs" und will auch am Central und in Ohligs expandieren.

Sie laden am Donnerstag zum Richtfest Ihres neuen Wohnprojekts Goudahof in Höhscheid ein. Warum haben Sie sich entschieden, selbst zu bauen?

Mesenhöller Wir haben ein Objekt gesucht, wo wir eine zweite Tagespflege anbieten können - neben der im Friedrichshof. Statt eines Hauses haben wir ein Grundstück gefunden: Der Spar- und Bauverein Solingen hat uns an der Goudastraße ein kleines Juwel angeboten.

Juwelen sind teuer..

Mesenhöller Die Finanzierung ist eine große Herausforderung, obwohl uns der SBV einen guten Preis gemacht hat. Wir haben in unseren Räumen an der Demmeltrather Straße, dem früheren Sitz von Vogel Bauer, zwar viele Tresore. Die sind allerdings alle leer. Geld kam von der Fernsehlotterie, die uns mit insgesamt 490.000 Euro unterstützt, und der Stiftung Wohlfahrtspflege, die gut 70.000 Euro für den geplanten Bürgertreff gibt. Außerdem erhielten wir einen KfW-Kredit: Wir bauen energieeffizient mit Pelletheizung, Dreifachverglasung und guter Wärmedämmung.

Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan. Der Neubau mit Wohnungen, Wohngemeinschaften und Platz für die Tagespflege soll im Oktober bezogen werden. Wie ist die Nachfrage?

Mesenhöller Für die neun Apartments mit 50 bis 86 Quadratmetern und der Möglichkeit, unser Angebot Service-Wohnen zu nutzen, haben wir bereits mehr als 30 Anfragen. Viele denken: Wenn ich schon nicht mehr in meiner alten Wohnung leben kann, dann wenigstens im Quartier - in dem es ja Geschäfte sowie eine Apotheke, Dienstleister und Ärzte gibt. Das Kernstück sind aber die drei Wohngemeinschaften für je acht Bewohner. Wir sprechen Menschen mit einer Demenzerkrankung ab Pflegegrad 3 an. Und natürlich öffnen wir uns für die Siedlung Unnersberg.

Was wollen Sie den Bewohnern anbieten?

Mesenhöller Es gibt viele ältere Menschen in der Siedlung, die wir beispielsweise gerne in unserem Bürgertreff begrüßen werden. Wir haben aber auch schon zweimal ein Nachbarschaftsfest veranstaltet. Das werden wir verstärken. Außerdem möchten wir das angrenzende Gelände pachten und drei kleine, nicht eingezäunte Inseln einrichten: Wir wollen eine Boulebahn und Hochbeete anlegen sowie Gymnastikgeräte aufstellen.

Ein attraktives Angebot. Viele Menschen wollen trotzdem am liebsten in ihren gewohnten vier Wänden alt werden.

Mesenhöller Vor 15 Jahren sprach man zum ersten Mal über den demographischen Wandel. Inzwischen versorgen wir immer mehr Menschen in ihrem Zuhause; zusammen sicher mehr als 500. Neben der klassischen Altenpflege gewinnt die Betreuung und Hauswirtschaft mit rund 200 Klienten immer mehr an Bedeutung. Das ist explodiert. Die Leute wollen viel lieber zu Hause versorgt werden, wofür es auch mehr finanzielle Anreize gibt. Auch in der Kurzzeitpflege haben wir einen Run gehabt. Das war schon abenteuerlich. Noch gibt es viele pflegende Angehörige. Wenn die wegbrechen, dann wird es ziemlich kritisch.

Der Bedarf ist da. Heißt das, dass Sie mit dem Hauspflegeverein wachsen?

Mesenhöller Der Goudahof ist zwar zurzeit unser größtes Projekt. Es gibt aber zwei weitere. In der SBV-Siedlung am Wasserturm mit mehr als 500 Wohnungen werden wir ab August eine Tagespflege mit Nachbarschaftstreff, Service-Wohnen sowie wahrscheinlich ein Quartiersmanagement anbieten. Der Antrag ist gestellt. Wir sind guter Hoffnung, den Zuschlag zu bekommen. Den Bereich Kurzzeitpflege wollen wir ab Sommer 2019 an der Ellerstraße in Ohligs ausbauen. Dort plant ein Investor ein größeres Wohnprojekt. An der Zufahrt zur "Hofgarten"-Tiefgarage gegenüber vom Friedrichshof sollen ebenfalls Wohnungen entstehen. Auch dort sind wir im Gespräch mit dem Bauherrn.

FRED LOTHAR MELCHIOR FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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