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Erhard Backes
"Als Golfspieler lernt man Demut"

Erhard Backes: "Als Golfspieler lernt man Demut"
Er spielte Fußball und Tennis, seit elf Jahren ist er begeisterter Golfer: Erhard Backes ist neuer Präsident im Golfclub Haus Bey. FOTO: Knappe
Viersen. Der neue Präsident im Golfclub Haus Bey spricht über Handicaps, karierte Hosen und die Zukunft des Golfsports

Herr Backes, wie hoch ist Ihr Handicap?

Erhard backes 24,6. Nach meinem dritten Jahr als Golfspieler war es 19,1. Mittlerweile - ich habe die 70 überschritten - sehe ich das ganz entspannt.

Wie lange haben Sie gebraucht, um dieses Handicap zu erreichen?

Backes Ich spiele seit 2006 Golf, habe vorher jahrelang Tennis gespielt. Als unsere Tennismannschaft sich auflöste, sind fast alle zum Golfsport gewechselt. Das war der richtige Weg.

Ist Golf ein Sport, bei dem man als Spieler Demut lernt?

Backes Auf jeden Fall. An einigen Tagen trifft man gut, an anderen nicht - und man hat keine Chance; etwas daran zu ändern. Da hilft nur Demut. Golf gehört zudem zu den technisch schwierigsten Sportarten - was die meisten Menschen gar nicht glauben.

Was schätzen sie am Golfspiel?

Backes Die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Wer bei uns spielt, läuft acht Kilometer über den Platz. Wollte meine Frau mit mir einen solch' langen Spaziergang machen, würde ich sagen: Lass mal.

Karierte Hose, bunte Poloshirts, gepflegte Rasenflächen und ein Clubhaus - um den Golfsport ranken sich Vorteile wie versnobt und abgehoben zu sein. Wie sehen Sie das?

Backes Das ist nach meiner Einschätzung nicht die Realität. Natürlich legen wir Wert auf gepflegte Kleidung, aufgerissene Jeans sollten es nicht sein. Eine gewisse Etikette ist schon wichtig.

Aber Golf ist in Deutschland noch längst kein Volkssport.....

Backes Das stimmt, anders als in Großbritannien oder in Schweden. Ein Grund waren die früher oft hohen Aufnahmegebühren von bis zu 20.000 D-Mark.

Doch damit ist es nicht getan...

Backes Nein, dazu kommt die jährliche Mitgliedsgebühr on Höhe von 1495 Euro. Auch das liegt durchschnittlich so hoch wie bei anderen Golfclubs. Dafür erhalten die Mitglieder aber auch einen hohen Gegenwert. So gehört der Golfclub Haus Bey zum Würzburger Kreis mit neun Golfclubs, unter anderem im Allgäu, in der Nähe von Hannover oder am Bodensee. Dort können unsere Mitglieder spielen, ohne Greenfee (Abschlaggebühr) bezahlen zu müssen. Das sind ganz herrliche Plätze, auf denen ich schon selbst oft gespielt habe. Zudem bieten unsere Kooperationspartner in Wegberg und Grevenbroich ebenfalls kostenfreie Spielmöglichkeiten. Weniger Greenfee ist zudem auf sechs weiteren Anlagen von unseren Mitgliedern zu zahlen, etwa in Willich, Neuss, Meerbusch, Schloss Haag oder in den Niederlanden.

Ist es für die Zukunft eines Golfclubs wichtig, auch offen gegenüber Gästen zu sein?

Backes Unbedingt, das geht gar nicht anders. Wir haben etwa in der Gastronomie viel Zulauf von Nicht-Mitgliedern. Erfreulicherweise entwickeln sich die Mitgliederzahlen in unserem Club entgegen dem allgemeinen Trend: Sie nehmen zu. Zurzeit sind es 860. Doch die Mitglieder allein reichen nicht, um eine Anlage zu unterhalten. Der Maschinenpark ist teuer, dazu gibt es fünf Greenkeeper, die sich um die Platzpflege kümmern, ein Büro und Mitarbeiter im Pro-Shop.

Was möchten Sie als neuer Clubpräsident erreichen?

Backes Gern würde ich eine Mitgliederzahl von 900 erreichen. Wir könnten noch mehr jugendliche, gute Golfspieler gebrauchen. Einige sind auf nationaler Ebene, zwei sogar auf internationaler Ebene durchaus erfolgreich. Mit macht es Spaß, den Jugendlichen zusehen - das hat nichts mit dem Golf zu tun, was wir Senioren spielen. Von den 860 Mitgliedern sind bis zu 600 in der Seniorenklasse, das bedeutet mindestens 50 Jahre alt. Auch das Gemeinschaftsgefühl würde ich gern weiter stärken.

Gibt es schon Pläne für die Jubiläumsfeier?

Backes Es wird eine Jubiläumswoche vom 4. bis 10 . September geben. Über deren Gestaltung machen sich jetzt die einzelnen Abteilung für Jugendliche, Damen, Herren und Senioren Gedanken. Der Festtag für unsere Mitglieder und geladene Gäste wird der Samstag sein; dazu erwarten wir bis zu 300 Gäste. Und am nächsten Tag ist dann ein ausgiebiges Katerfrühstück geplant. Zum Jahresende soll es zudem eine dickere Ausgabe unseres "Haus Bey"-Journals geben.

DANIELA BUSCHKAMP FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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