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Fluchtauto war ein Audi
Maskierte scheitern am Bankautomaten

Audi-Bande in Viersen? Maskierte scheitern am Bankautomaten
In dieser Bankfiliale wollten die Räuber zuschlagen. FOTO: g. Jungmann
Viersen. Drei Männer haben in der Nacht zu gestern versucht, einen Geldautomaten in Dülken aufzusprengen — vergeblich. Zeugen beobachteten, wie das maskierte Trio in einem schwarzen Audi in Richtung A61 flüchtete. Ob es eine Verbindung zur "Audi-Bande" gibt, ist unklar. Von Daniela Buschkamp

In Duisburg-Neudorf hatten die Diebe am Dienstag gegen 22.40 Uhr genug Gas oder genug Zeit, um ihr Vorhaben zu beenden: Dort leiteten sie Gas in einen Geldautomaten der Sparda-Bank, sprengten ihn vollständig und konnten mit mehreren Geldbehältern in einem weißen Audi fliehen. In Dülken versuchte dies ein Trio wenige Stunden später bei einem Automaten der Deutschen Bank an der Venloer Straße.

"Wir können nur vermuten, warum die Täter ihr Vorhaben abgebrochen haben: Entweder sie wurden von Zeugen gestört oder ihnen blieb nach ihrer Einschätzung nicht ausreichend Zeit, nachdem sie den Alarm ausgelöst hatten", so Harald Moyses, Sprecher der Kreispolizei Viersen.

Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik FOTO: Daniel Bothe

Verbindung zur "Audi-Bande"?

Nach Auswertung der Kamera-Aufzeichnung in dem Gebäude wissen die Ermittler, dass drei maskierte, dunkel gekleidete Männern am Mittwoch um 2.40 Uhr versuchten, an das Geld im Bankautomaten zu gelangen: Sie bohrten ein Loch in den Automaten, um den Gasschlauch einzuführen. Zudem hebelten sie die Blende am Gerät fünf Zentimeter weit auf. Das explosive Gasgemisch leiteten sie allerdings nicht ein; der Geldautomat blieb unbeschädigt. Zeugen beobachteten, wie die Drei rasch den Tatort verließen: In einem dunklen Audi Kombi, zu dessen Kennzeichen "VIE-ML" gehört, entkamen sie in Richtung Autobahn 61.

In Nordrhein-Westfalen versuchen Banden immer wieder, Geldautomaten zu sprengen. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei mehr als 60 Fälle; die Höhe des Schadens schätzt sie auf mehrere Millionen Euro. Die Kennzeichen der Geldautomaten-Knacker: Sie sind in schnellen, schweren Limousinen unterwegs, oft bewaffnet - und sie gelten als vollkommen rücksichtslos. Bei ihrer Flucht achten sie weder auf Fußgänger und erst recht nicht auf Verkehrszeichen. Nach der Tat wollen sie nur so schnell wie möglich entkommen - oft Richtung Grenze. In diesem Zusammenhang wird immer wieder von der sogenannten "Audi-Bande" gesprochen. Anfang Februar waren drei Männer auf der Flucht nach einem Einbruch bei einem schweren Unfall auf der A57 verunglückt. Zwei von ihnen starben. Ob sie zur "Audi-Bande" gehörten, ist nach wie vor unklar. Ihr Fluchtauto war ein schwarzer Audi gewesen.

Fotos: Zwei Tote - war es die Audi-Bande? FOTO: Guido Schulmann

Die Kunden an der Venloer Straße bemerkten am Mittwoch von dem Sprengversuch nur wenig - einzig ein Hinweis an dem beschädigten Gerät. "Der Filialbetrieb war durch die versuchte Geldautomatensprengung zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt", erklärt Filialdirektor Thorsten van Sloun. Die Geschäftsräume des Geldinstituts sollen auch künftig während der Nachtstunden offen bleiben: "Wir sind bestrebt, die Balance zu wahren zwischen berechtigten Sicherheitsaspekten und gutem Service für unsere Kunden."

Quelle: RP
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