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Viersen
Dilettantischer Einbruchsversuch mit Gullydeckel

Einbruch mit Gullydeckel in Viersen
Das Schaufester des Handy- und Computerladens nach dem Einbruchsversuch. FOTO: Joris Hielscher
Viersen. Drei Einbrecher haben Donnerstagfrüh erfolglos versucht, mit einem Gullydeckel die Scheibe eines Handyladens in der Viersener Innenstadt einzuwerfen. Dabei hatten sie ein Schild an der Scheibe übersehen: "Sicherheitsglas – Einbruch zwecklos". Von Joris Hielscher

Zwei vermummte Personen schleudern mit gemeinsamer Kraft den Gullydeckel in das Schaufester des Handy- und Computerladens Ayka Unterhaltungselektronik in der Viersener Hauptstraße. Auf einer Länge von gut zwei Metern splittert das Glas, aber bleibt intakt. Ein zweites Mal probieren es die Einbrecher – wieder ohne Erfolg. Dann flüchten die Täter mit einem Auto, das direkt vor dem Geschäft wartet.

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Die Szene zeigt Ladeninhaber Aydogan Karabulut auf einem Computer in seinem Geschäft. Eine Überwachungskamera im Inneren hat den versuchten Einbruch gefilmt, der sich gestern um 4.38 Uhr morgens in der Viersener Innenstadt nur wenige Meter neben der evangelischen Kreuzkirche ereignete. Ein Nachbar, aufgeschreckt durch den Lärm, beobachtete die Täter und rief die Polizei. Beim Eintreffen der Beamten waren die Einbrecher verschwunden, der Gullydeckel wurde sichergestellt.

Ladeninhaber Aydogan Karabulut FOTO: Joris Hielscher

Nach Angaben der Polizei waren es vermutlich drei Täter (der Dritte soll im Wagen gewartet haben), bei dem Fluchtauto handelt es sich um einen grauen BMW-Kombi. Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise uner 02162/3770. Das Tatwerkzeug müssen die Täter mit dem Auto transportiert haben – wo es herstammt ist noch unklar. "Kollegen haben die nähere Umgebung abgesucht, aber dort fehlt kein Kanaldeckel", sagt Polizeisprecher Wolfgang Goertz. Das Vorgehen der Täter sei sehr unüblich. "Dass Kanaldeckel für Einbrüche benutzt werden, kommt schon einmal vor, ist aber ganz selten", erklärt der Sprecher.

Für Ladenbesitzer Aydogan Karabulut sind Einbrüche dagegen keine Seltenheit. In den elf Jahren, die er das Geschäft betreibt, habe es sechs Versuche gegeben, schätzt er. Einmal waren die Diebe erfolgreich. "Einbrecher habe es vor allem auf Handys und Notebooks abgesehen", sagt Karabulut. Aus diesem Grund hat er schon vor mehreren Jahren seine Fensterfront mit Sicherheitsfolie verstärkt. Und er hat ein Schild am Fenster aufgehangen:"Sicherheitsglas – Einbruch zwecklos". Und so gilt auch für Diebe: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Das Schild am Fenster. Die Diebe können nicht sagen, sie hätten es nicht wissen können. FOTO: Joris Hielscher
(skr)
 
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