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Kreis Viersen
Gerüchte um falsche Feuerwehrleute

Kreis Viersen: Gerüchte um falsche Feuerwehrleute
Die Angst vor falschen Feuerwehrleuten geht um, die angeblich Rauchmelder prüfen wollen. FOTO: dpa
Kreis Viersen. Trickbetrüger, die Rauchmelder prüfen oder sogar verkaufen wollen: Landesweit machen diese Gerüchte die Runde. Bislang gibt es keine Fälle im Kreis Viersen. Von Heike Ahlen

Seit Wochenbeginn kursieren in ganz Nordrhein-Westfalen Warnungen vor Trickbetrügern: Die sollen sich als Feuerwehrleute ausgeben und behaupten, sie müssten prüfen, ob in der Wohnung Rauchmelder installiert seien. In anderen Fällen sollen die angeblichen Feuerwehrleute auch versucht haben, direkt Rauchmelder zu verkaufen.

Doch bei der Kreispolizeibehörde Viersen liegt bislang keine einzige Anzeige mit diesem Betrugsmuster vor. Auch bei vielen anderen Kreisen nicht. Die Polizei in Bremen hat einen Vorfall vom 12. Januar gemeldet, wo angebliche Prüfer kamen und in der Wohnung einer Seniorin anschließend ein Ring und Bargeld fehlten. Schon im Mai vergangenen Jahres hat die Kampagne "Rauchmelder retten Leben" in einer Pressemitteilung vor solchen Betrügern gewarnt. Und bereits 2013 hat die Polizei in Augsburg mehrere solcher Fälle gemeldet.

Die fiesen Tricks der Diebe an der Haustür FOTO: RP

Die Feuerwehren im Kreis haben teilweise selbst Warnungen aus der Bevölkerung erhalten - von jemanden, der gehört hat, dass jemand gehört hat.

Auch wenn es bislang keine polizeilich bestätigten Fälle im Kreis gebe, sei es richtig, vor dieser Masche zu warnen, so Niederkrüchtens Wehrführer André Erkens. "Wir informieren die Bevölkerung gerne zu diesem Thema bei unseren Tagen der offenen Tür - aber nicht an der Haustür. Sollte also jemand vor der Haustüre stehen und im Namen der Feuerwehr Rauchmelder kontrollieren wollen, lassen Sie den vermeintlichen Feuerwehrmann nicht ins Haus, sondern alarmieren Sie die Polizei."

Das bedeuten die Gaunerzinken FOTO: RPO

Kreis-Brandmeister Klaus-Thomas Riedel macht darauf aufmerksam, dass Kontrollen von bestimmten Geräten durch die Feuerwehr, genauer gesagt durch den vorbeugenden Brandschutz in NRW, nur bei Unternehmen, niemals aber in Privathaushalten stattfinden.

Die gesetzliche Lage in Sachen Rauchmelder ist Ländersache. Für NRW stimmt das Argument nicht, es habe zum 1. Januar 2016 eine Gesetzesänderung gegeben und Rauchmelder seien nun überall Pflicht. Seit 2013 müssen in Neubauten Rauchmelder eingebaut werden. Das gilt auch, wenn ein Gebäude umgebaut oder einer anderen Nutzung zugeführt wird. Bei so genannten "Bestandsimmobilien", also Häusern, die vor 2013 gebaut wurden, gibt es eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2017. Erst dann müssen auch sie über Rauchmelder verfügen. Der Hauseigentümer muss für die Nachrüstung mit den Geräten sorgen, der jeweilige Mieter ist dafür verantwortlich, dass sie auch funktionieren. Er muss die Batterien wechseln. Kontrollen werden die Feuerwehren im Kreis aber auch dann nicht durchführen.

Die Tricks der Taschendiebe - davor warnt die Polizei FOTO: Polizei Köln

Die Polizei kennt auch viele andere Geschichten, die Betrüger an der Haustür erzählen. Die vom Wasserwerker, dem Stromprüfer, sogar dem Polizisten. Immer, wenn einem an der Wohnungstür etwas merkwürdig vorkomme, solle man die Tür schließen, den angeblichen Handwerker draußen stehen lassen und sich selbst aus dem Telefonbuch die Nummer des Unternehmens heraussuchen, das ihn angeblich geschickt hat, um dort nachzufragen.

Wer Opfer eines solchen Betruges geworden ist oder glaubt, einen solchen Betrüger abgewiesen zu haben, der sollte unter der Rufnummer 02162/377-0 die Polizei in Kenntnis setzen. Wer sich bedrängt fühlt, kann den Notruf 110 wählen.

Quelle: RP
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