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Kreis Viersen
Grüne wehren sich gegen Kritik der CDU am Unterrichtsausfall

Kreis Viersen: Grüne wehren sich gegen Kritik der CDU am Unterrichtsausfall
FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.
Kreis Viersen. Die Forderungen der Landtagsabgeordneten Marcus Optendrenk und Stefan Berger seien "lediglich Wahlkampfgetöse", meint die Grüne Martina Maaßen

Die Grünen-Landtagsfraktion hat auf die Kritik der CDU am Schulministerium reagiert. Die Forderung der CDU-Landtagsabgeordneten Stefan Berger und Marcus Optendrenk, an jeder Schule solle digital aufgelistet werden, wie viele Unterrichtsstunden nicht erteilt werden, sei "in weiten Teilen lediglich Wahlkampfgetöse", teilt Martina Maaßen, die für Viersen im NRW-Landtag sitzt, in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Die CDU-Politiker hatten jüngst eine in ihren Augen zu hohe Unterrichtsausfallquote bemängelt, sich dafür allerdings an einer anderen Zahl orientiert als die rot-grüne Landesregierung.

Berger und Optendrenk ließen mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung ermitteln, wie viel Unterricht an den Schulen im Kreis Viersen stattfindet und wie viel folglich nicht erteilt wird. In ihrer Antwort gibt die Landesregierung für das Schuljahr 2015/16 an, 90,6 Prozent des regulären Unterrichts habe wie geplant stattfinden können, darunter 84,8 Prozent wie im Lehrplan vorgesehen und 5,8 Prozent in besonderer Form, etwa als Ausflug oder Praktikum. 7,6 Prozent seien vertreten worden. Somit kommt sie auf einen Ausfall von 1,8 Prozent - die CDU dagegen auf 15,2 Prozent. Sie lässt die Zählform der Landesregierung nicht gelten. Vertretungen etwa seien kein vollwertiger Unterricht, sagte Berger und kritisierte, dass sich die Angaben auf Stichprobenuntersuchungen beziehen.

Die Grünen verteidigen das Ergebnis. Die Erhebung sei nach dem gleichen Muster gemacht worden, wie es die schwarz-gelbe Landesregierung zwischen 2005 und 2010 angewendet habe, sagt Maaßen. "Dies geschieht, um die Vergleichbarkeit zu sichern. Allerdings mit einem differenzierteren und präzisierten Erhebungsbogen, um etwa ,EVA' (eigenverantwortlicher Unterricht) gesondert darzustellen." Sie holt aus: "Nach Angaben des Schulministeriums konnte die Zahl der ausgefallenen Unterrichtsstunden seit dem Schuljahr 2009/2010 um rund 25 Prozent reduziert werden."

Demnach lag der der Anteil des ersatzlos ausgefallenen Unterrichts in NRW Maaßen zufolge im Schuljahr 2000/01 bei 4,3 Prozent, im Schuljahr 2002/03 bei 4,7 Prozent, 2004/05 bei 4,4 Prozent, 2005/06 bei 2,4 Prozent, 2006/07 bei 2,6 Prozent, 2007/08 bei zwei Prozent, 2008/09 bei 2,3 Prozent, 2009/10 bei 2,4 Prozent sowie 2014/15 bei 1,7 Prozent. Maaßen: "Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Werte verbessert haben, schließlich sind seit 2010 Tausende Lehrkräfte mehr ins System gekommen." Um den Unterrichtsausfall weiter zu senken, stelle das Land "erhebliche Mittel" zur Verfügung. Im Haushalt 2016/17 seien rund 60 Millionen Euro für Vertretungen etwa bei längerfristigen Erkrankungen der Regellehrer vorgesehen. Dazu gebe es eine Vertretungsreserve von 900 Stellen. Maaßen: "Im Rahmen der Haushaltsdebatte geht es der CDU eher um die schwarze Null als um mehr Lehrer für unsere Kinder."

(emy)
 
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