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Schwalmtal
Junge Sänger begeistern Zuhörer in Waldniel

Schwalmtal. Beim Abschlusskonzert des Meisterkurses überzeugten die Teilnehmer mit ausgezeichneten Leistungen Von Heide Oehmen

Seit 14 Jahren gibt es den Meisterkursus Gesang mit Professor Thomas Heyer, jeweils mit einem umjubelten Abschlusskonzert. Doch ein solch durchgängig hochkarätiger Qualitätsstandard wie in diesem Jahr war wohl bisher noch nicht zu erleben. Und das, obwohl zwei der Leistungsträger schon wieder hatten abreisen müssen - Paula Bohnet war bei den Festspielen in Bad Vilbel ebenso unabkömmlich wie Theodore Brown auf der Freilichtbühne Eutin.

Ein Teilnehmer, der junge Bass-Bariton Florian Conze, musste erkältungsbedingt auf seine Mitwirkung verzichten. Diese Lücke schloss Sophie Wenzel, eine Heyer-Schülerin, die eigentlich am Donnerstag zum Zuhören gekommen war. Diese Mezzosopranistin eröffnete den hochkarätigen Reigen mit einer fein austarierten Arie des Cherubino (Figaros Hochzeit) und wusste mit der "Habanera" (Carmen) ebenso zu begeistern. Frederic Moerth setzte seinen Edelbariton kraftvoll und wohlklingend ein - sowohl als wütender Figaro-Graf als auch als Wolfram (Tannhäuser).

Luise Wanninger fesselte dank ihres vorbildlich durchgebildeten, blühenden Soprans in Arien aus "Freischütz" und "Die tote Stadt". Aljoscha Lennert, der strahlkräftige "Ritter des hohen C" riss das Publikum mit Arien aus "Tosca" und "Faust" ebenso zu Beifallsstürmen hin wie mit dem vom begeistert mitgehenden Publikum heiß ersehnten "Granada". Laura Cromm stand ihrem Kollegen in nichts nach: Ihre Koloratur und Höhensicherheit konnten die Zuhörer in Beispielen aus "Romeo und Julia" und vor allem in der höllisch schweren Sopranarie aus Bernsteins "Candide" bewundern.

Till Mattes war ein herrlich süffisanter Falstaff ("Lustige Weiber von Windsor") mit sonorer Tiefe, und Sarah Mehnert präsentierte vollendet ihren großartigen Mezzo sowohl in "La Gioconda" als auch in der hoch anspruchsvollen Operettenarie mit Tiefen und Höhen "Spiel' auf deiner Geige". Schließlich Florian Löffler, als Bariton bis vor Kurzem noch sehr unglücklich, der bei Thomas Heyer nun endlich Tenor singen "darf" und schon jetzt mit einer Arie von Francesco Tosti restlos überzeugte.

Als überraschendes Intermezzo präsentierten Heyer, Lennert und Löffler ein amüsantes "O sole mio"-Tenorwettsingen, zum Schluss besangen alle Eleven den "Feuerstrom der Reben" (Fledermaus). All' das begleitete in gewohnter Vollendung und makelloser Anpassung Pianist Klaus Bernhard Roth. Ihm dankte Heyer ebenso herzlich wie "der guten Seele Christa Bongartz", für die Rundumbetreuung sowie den Sponsoren RWE, Volksbank Viersen und Sparkasse Krefeld.

Ein Wiedersehen 2017 wünschten sich das Publikum und auch der stellvertretende Bürgermeister Kurt van de Flierdt: "Der Dank ist genauso auf Seiten der mit Kultur beschenkten Gemeinde."

Quelle: RP
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