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Mein Verein Nettetaler Literaturtage
Menschen für Bücher begeistern

Mein Verein Nettetaler Literaturtage: Menschen für Bücher begeistern
Sie machen Literatur lebendig: Bibliotheksleiter Ulrich die Buchhändler Fabian Matussek und Andrea Jansen (r.) sowie Andrea Küppers-Hermsen aus dem Bücherei-Team. RP-Foto: buschkamp FOTO: Schmitter (.),
Viersen. Krimi, Kurzgeschichten und Kabarett: Im Verein Nettetaler Literaturtage sind mehr als diese drei "K" bekannt. Alle zwei Jahren organisiert der Vorstand die Veranstaltungsreihe und hat auch keine Angst vor Kuriosem Von Daniela Buschkamp

Nettetal Wolfgang Bienefeld liest nicht nur gern Zeitung, sondern auch Bücher. Keine Frage, dass der Hinsbecker (59) sich bereits Karten für einige Veranstaltungen der kommenden Nettetaler Literaturtage gesichert hat. "Es ist ein tolles Programm, das sich hinter dem in Großstädten wie Köln oder Düsseldorf nicht verstecken muss", sagt Bienefeld. Das Angebot begeistert den Bücherfreund so sehr, dass er vor 20 Jahren Mitglied im Verein "Nettetaler Literaturtage" wurde. Der Vorteil für ihn als Fördermitglied: Er hat ein Vorkaufsrecht auf die Eintrittskarten - und trägt mit seinem Jahresbeitrag mit zur Finanzierung der Veranstaltungsreihe bei. Allerdings weiß Sparkassen-Filialleiter Bienefeld auch: Geld ist nicht alles: "Das Engagement von Büchereileiter Ulrich Schmitter und den örtlichen Buchhändlern ist einzigartig." Ohne sie gebe es die Literaturtage nicht.

Elke Heidenreich, Katharina Thalbach, Donna Leon oder Wolfgang Niedecken - sie alle haben bereits Literatur und Kunst zu den Menschen nach Nettetal gebracht. Im Abstand von zwei Jahren gibt es ein dichtes Programm: Die zwölfte Auflage in diesem Jahr beginnt am Sonntag, 8. Oktober. Innerhalb von zwölf Tagen gibt es 13 Angebote - eine 20er-Jahre-Revue über eine kabarettistische Lesung ebenso wie ein Lesekonzert oder eine Lesung mit einer extra gegründeter Band.

Die Macher der Literaturtage sind Menschen, die Bücher lieben: Buchhändler wie Fabian Matussek (Buchhandlung Matussek in Lobberich) und Andrea Jansen (Der Buchladen in Kaldenkirchen) sowie Bibliothekare wie Ulrich Schmitter oder Andrea Küppers-Hermsen.

"Angefangen hat alles im Jahr 1995" erinnert sich Ulrich Schmitter bei einem Gespräch in der Bücherei in Breyell. Bis dahin hätten sowohl die Bücherei als auch die einzelnen Buchhandlungen jeweils eigene Veranstaltungen organisiert. Der Zulauf sei nicht schlecht gewesen, aber für jeden einzelnen überschaubar. Mal seien es 15, mal 30 Gäste gewesen. Doch jeder Anbieter musste im Vorfeld mit den gleichen Fragen klären: Wen lade ich ein? Lohnt sich das? Welchen Raum kann ich nutzen? "Dann haben wir uns überlegt, uns zusammenzutun", sagt Andrea Jansen. So wollte man die Kräfte bündeln und zugleich ein größeres Publikum erreichen. Nach zwei erfolgreichen gemeinsamen Veranstaltungen, so Fabian Matussek, entstand die Idee, eine Reihe mit Autorenlesungen zu realisieren. Deshalb wurde im Juni 1995 der Verein gegründet.

Bereits in den ersten Jahren seien die Termine oft zu 90 Prozent ausverkauft gewesen. "Als Jan Weiler kam, waren 500 Menschen in der Werner-Jaeger-Halle", erinnert sich Schmitter. Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Nettetaler Literaturtage trotz des Erfolgs nur alle zwei Jahre stattfinden würden. Zum einen, weil der Aufwand hoch sei, zum anderen, weil man die Begeisterung des Publikums erhalten wollte. Auch die Bücherei war ein gesetzter Treffpunkt - jetzt hat man sich für Alternativen entschieden. So liest Alina Herbing aus ihrem Debüt "Niemand ist bei den Kälbern" etwa am Bauernhof Steffens in Kaldenkirchen (Mittwoch, 11. Oktober).

Rund 150 Mitglieder zählt der Verein heute - viele seien laut Fabian Matussek seit der Gründung dabei. "Am Anfang haben wir alle angesprochen, die wir für interessiert hielten", sagt der Lobbericher Buchhändler. Und Ulrich Schmitter ergänzt, dass die Literaturtage oft als Katalysator wirken: "Danach sind manche Zuschauer so begeistert, dass sie dem Verein beitreten."

Quelle: RP
 
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