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Brüggen
Mit Weihrauch gut durch den Herbst

Brüggen: Mit Weihrauch gut durch den Herbst
Parfüm-Berater Bodo Kubartz aus Brüggen rät im Herbst zu Düften mit Weihrauch-, Holz- oder Moos-Note. Sie sollten nicht zu schwer sein. FOTO: jobu
Brüggen. Parfüm-Experte Bodo Kubartz aus Brüggen verrät, welche Düfte in der dunklen Jahreszeit wohltuend wirken Von Joachim Burghardt

Ein Hauch von Weihrauch liegt in der Luft. Anfangs noch etwas schwül, doch nach und nach verfliegt die Schwere. Es bleibt ein Wölkchen von anregender Anmut - Weihrauch vom Feinsten. "Eau Sacrée, der Name ist wirklich passend, gerade hier gegenüber der Kirche, oder?" Bodo Kubartz schmunzelt und schnuppert an seinem Handgelenk, auf das er das "sakrale Wässerchen" gesprüht hat.

Der Parfüm-Experte aus Brüggen sitzt im Straßencafé vis á vis der Kirche St. Nikolaus, auf dem Tisch vor ihm stehen Parfümfläschchen, und Kubartz erklärt, welche Düfte für den Herbst geeignet sind - "Düfte mit leicht würziger Note von Weihrauch, Holz oder Moos". Soeben ist der 40-Jährige zurückgekehrt von der Fraganze 2016, der internationalen Fachmesse für Parfüms und Kosmetika, Schönheit und Körperpflege in Florenz. "Parfüms, überhaupt Düfte, sollten schon zur Jahreszeit passen", sagt Kubartz. In Florenz habe er einige Trends ausgemacht: "So spielen einerseits orientalische Duftnoten eine immer größere Rolle, andererseits werden sie für den europäischen Geschmack verfeinert, leichter." Weihrauch sei so ein Beispiel, vor allem aber Oud, das "in einigen Variationen als ideales Herbstparfüm" durchgehe.

Oud, gewonnen aus dem kostbaren und teuren Harz des Adlerholzbaumes, galt lange als Inbegriff schwerer östlicher Parfüms, erklärt Kubartz. Angereichert mit Tee- oder frischen Gewürznoten, erobern nun neue Kreationen den europäischen Markt. "Das ist kein Nischenprodukt mehr. Selbst führende Marken wie Armani bieten Oud-Parfüms an, manche nicht teurer als übliche Markenprodukte", so der Experte.

Dass Holziges, Würziges oder Moosiges so gut zum Herbst passe, ergibt sich für Kubartz aus der Natur der Dinge: "Jahreszeiten prägen uns, wirken sich aus auf Stimmung und Gemüt, das ist eine Wechselbeziehung. Parfüms unterstreichen das, heben die positiven Einflüsse hervor." Ein guter herbstlicher Parfümduft wirke "wie ein Spaziergang durch den bunten Blätterwald". Da aber die Monate zwischen Sommer und Winter oft auch trüb, nass und kalt sind, sollen Düfte auch erfrischend und aufmunternd wirken: "Das gilt nicht nur für Parfüms, wir sollten zum Beispiel Öle nicht unterschätzen", sagt Kubartz.

Der Brüggener ist auch Fachmann für die Wirkung von Aromen und Ölen: "Die Esoterikwelle ebbt ab. Heute besinnt man sich auf die Bedeutung von Naturprodukten - übrigens auch in der Kosmetik-Branche." So empfiehlt er "citrische Düfte wie Bergamotte als Stimmungsaufheller etwa im November". Kubartz öffnet ein Duftölfläschen, fächert und verteilt das aufsteigende Bergamotte-Aroma mit der Hand, schließt kurz die Augen, atmet durch die Nase ein: "Wohltuend, wunderbar!" Mit Düften und Aromen experimentieren, auch beim Kochen, das sei aufregend und anregend: "Allerdings sollte man sich vorher sachkundig machen, mögliche Allergien beachten."

Bei klassischen Düften von Parfüms ist übrigens laut Kubartz "die herkömmliche Aufteilung in Männer- und Frauendüfte vielfach nicht mehr so entscheidend". Manche Hersteller machten da gar keine Angaben mehr; zudem dürfe man durchaus mal, fein dosiert, Düfte fürs andere Geschlecht testen: "Es kommt ja auch auf den Anlass an, Parfüms sollen mir guttun. Aber ob ich beim Joggen oder im Theater Parfüms brauche, sei mal dahingestellt."

Der Experte hält sich zurück, bestimmte Produkte für den Herbst zu empfehlen. Aber ein paar Geheimtipps außer "Eau Sacrée" verrät er doch: Er nennt ein Parfüm aus den Niederlanden, in diesem Fall eher für Männer, das hier noch nicht so bekannt sei: "YVRA 1958 -mit einem Hauch von Kardamon." Oder: "Agarwoud - Oud mit Rose als Kopfnote" für den Mann wie für die Frau. Duftanteile von Holz, Kaffee, Gewürzen, nicht zu schwer, seien ideal für den Herbst - und eben "was mit Weihrauch".

Quelle: RP
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