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Niederkrüchten
Neue Orgel erlebt Premiere mit meisterhaftem Konzert

Niederkrüchten. Der Aachener Domorganist spielte in Niederkrüchten Von Heide Oehmen

Schon beim pfingstlichen Festgottesdienst waren die Besucher anlässlich der Orgelweihe in St.-Bartholomäus-Niederkrüchten schon sehr angetan von dem einnehmenden Klang der neuen Orgel aus der Mönchengladbacher Werkstatt Martin Scholz. Doch dieser Eindruck wurde am Pfingstmontag noch einmal übertroffen. Denn am Nachmittag ertönte das erste - im Übrigen sehr gut besuchte - Konzert des neuen Instruments in der Pfarrkirche.

Am Spieltisch des in der Mitte der Kirche auf einer stabilen Holzempore positionierten Instrumentes mit 22 klingenden Registern hatte kein Geringerer als der Aachener Domorganist Michael Hoppe Platz genommen. Der am Niederrhein Beheimatete studierte katholische Kirchenmusik in Düsseldorf und Köln, wirkte an der Schwerpunktstelle für Orgelmusik St. Severin in Aachen und wurde 2001 als Professor für Orgelspiel, Orgelimprovisation und Tonsatz an die Katholische Hochschule für Kirchenmusik in Aachen berufen. Außerdem ist Michael Hoppe seit 2005 Kirchenmusikreferent des Bistums und seit 2013 zusätzlich Domorganist am Hohen Dom zu Aachen.

Für sein Konzert in Niederkrüchten hatte Hoppe - bis auf Johann Sebastian Bachs "Toccata" und "Fuge d-Moll, BWV 565" - ausschließlich dem Pfingstfest entsprechende Werke ausgewählt. Bereits bei Nicolas des Grignys (1672-1703) Hymnus "Veni Creator" kamen die am französischen Klangbild orientierten Registerfarben faszinierend zur Geltung. Zwei Beispiele aus der "Suite brève" von Jean Langlais (1907-1991), ein Ruhe verbreitendes "Cantabile" von César Franck (1822-1890) und Versetten über "Veni Creator" von Maurice Duruflé (1902-1986) schienen wie für diese wunderschöne Orgel komponiert.

Es zeugt von der klugen Disposition, also der Auswahl der Register des Orgelwerkes, dass auch Barockmusik gültig interpretiert werden kann. Das bewies Michael Hoppe, dessen spieltechnische Brillanz ebenso überzeugte wie seine interpretatorische Einfühlsamkeit, mit der Fantasia "Komm, heiliger Geist" (BWV 651) von Johann Sebastian Bach und "Nun bitten wir den heiligen Geist" von Dietrich Buxtehude.

Zum Abschluss beschenkte der Organist sein begeistert applaudierendes Publikum noch mit einer grandiosen Improvisation über das Lied "Der Geist des Herrn erfüllt das All".

Schon am kommenden Sonntag, 22. Mai, ist die Orgel von 18 bis 19 Uhr wieder in ihrer vollen Pracht zu erleben: Volker Mertens lädt zu "Stille und Musik" ein. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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