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Leichtathletik
Bei den Weltmeisterschaften in Australien auf die Zähne gebissen

Perth/Viersen. Vor der Reise zur Senioren-Weltmeisterschaft der Leichtathleten im australischen Perth war Reiner Görtz sichtlich ge-rührt. Seine Trainingsgruppe vom ASV Süchten hatte ihm eine Teetasse mit dem Konterfei der Mannschaft mitgegeben. "Dann war ich natürlich hoch motiviert", sagte der 75-Jährige. Das konnte allerdings nichts daran ändern, dass er den Flug mit einem Sehnenabriss im Wurfarm antreten musste. Hinzu kam noch ein Meniskusabriss, den er mit Spritzen behandeln ließ. Doch die Reise war schon weit im Voraus geplant und gebucht, die Freude darauf sehr groß.

"Ich wollte aus meiner Teilnahme das Beste machen", erzählt er nach seiner Rückkehr. Immerhin: Mit 4211 Punkte sicherte sich Platz sechs im Zehnkampf. "Ich wollte einiges läuferisch herausreißen, was mir aber nicht gelungen ist", sagte Görtz. Unter Wert blieb er im Weitsprung (3,10 m) und im Kugelstoß (8,84 m). Die Diskus- und Speerwurfwerte (26,81 und 26,35 m) glichen sich fast an. Im 1500-Meter-Lauf als letzte und oftmals wichtigste Disziplin des Mehrkampfes musste er nach 700 Metern mit Schmerzen aufgeben. "Es ging einfach nicht mehr. Die Schmerzen des rechten Meniskusschadens wurden immer stärker", erzählte er.

Im Einzelwettkampf Stabhochsprung holte er am Ende mit übersprungenen zwei Metern den fünften Platz: "Höher ging für mich auch hier nicht." Platz acht verbuchte der Süchtelner im Diskuswurf, als er nach zwei Fehlversuchen die Scheibe auf 26,63 Meter schleuderte. Ein großes Malheur passierte ihm in seiner Paradedisziplin Speerwurf, wo er beim Einwerfen den Speer auf 32 Meter schleuderte. Dieses Ergebnis hätte für ihn eine vordere Platzierung bedeutet. Im Wettkampf warf er gleich im ersten Versuch 29,50 Meter. Warum auch immer, er machte diesen Versuch selber ungültig, indem er seinen Fuß über die Linie setzte, weil er dachte, er würde noch weiter werfen können. " Ich habe ein Blackout gehabt", sagte er. Nach zwei weiteren ungültigen Versuchen, war die Teilnahme am Endkampf für ihn gelaufen. "Diese Meisterschaften werde ich schnell abhaken, ich muss nach vorn schauen", fand er seinen Optimismus schnell wieder. Morgen ist er bei den offenen NRW-Winterwurf-Meisterschaften in Leichlingen am Start: "Da will ich zeigen, dass ich den Speerwurf noch nicht verlernt habe."

(off)
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